Ludwig Schilcher
Ludwig Schilcher

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

 

 

In diesem Buch, in meiner Biografie, beschreibe ich meinen bewegten

 

Lebenslauf. Mit jetzt 49 Jahren blicke ich leider auf ein Leben zurück, das

 

lange geprägt war vom Drogenkonsum und dessen Auswirkungen. Also

 

durch den Konsum von harten Drogen wie Heroin und Kokain und in Folge

 

Beschaffungskriminalität, Knast und Therapien. Ein Leben das lange davon

 

geprägt war vom hinfallen und wieder aufsehen. Wahrscheinlich wäre auch

 

treffender zu sagen, ein Leben, das lange geprägt war von abstürzen und

 

wieder aufrappeln in der Realität. In meiner Biografie will ich allerdings

 

gar nicht so sehr auf den Drogenkonsum eingehen, nach meinem

 

Verständnis gibt es in dem Bereich schon so viele Beschreibungen, die die

 

Wirkung und die direkten Auswirkungen dieser Drogen beschreiben. Aus

 

meiner Sicht ist es wesentlich interessant, zu versuchen meinen Werdegang

 

im Bezug auf Justiz, Therapien und meinen Entscheidungen, versuche mich

 

aus den Situationen umzuorientieren. Mir ist dabei auch wichtig meine

 

Eigenanteile an den Geschehen wiederzugeben aber genauso wichtig ist es

 

mir, die Anteile von Justiz oder Therapien zu erwähnen, wiederzugeben die

 

teilweise alles andere als hilfreich waren, teilweise sogar das Gegenteil von

 

Hilfe waren. Aber durch meinen Werdegang bekam ich letztendlich auch

 

Einblicke, einen Blick über den Tellerrand hinaus. In einer meiner

 

Haftzeiten hatte ich mich um die Verbesserung von Haftbedingungen

 

bemüht, dieser Weg war voller Lernprozesse und ein weg voller

 

Repressalien. Auf diesen Weg durfte und musste ich viele weiter

 

Erkenntnisse sammeln. Dies alles was ich im Laufe der Zeit noch alles in

 

Erfahrung gebracht hatte, dass alles musste ich selber auch erst einmal

 

verarbeiten. Daher will ich in diesem Buch versuchen einen

 

Gesamtüberblick über die für mich wichtigsten Stationen zu beschreiben,

 

das was sich aus meiner Sicht zugetragen hat. An machen Stellen tauche

 

ich auch mal den Haftalltag ein, aber genau der Alltag dürfte das sein was

 

an Haft am schwersten zu beschreiben sein dürfte. Viele denken dabei

 

wahrscheinlich nur an das typische Knast Klischee rauer Ton, Gewalt, eben

 

Menschen mit niedriger Hemmschwelle. Ja, auch das habe ich alles erlebt

 

aber der größte Teil des Hafttags ist aber eher monoton und wie in meinem

 

Fall war es ein ständiges Bemühen um Verbesserung der aktuellen

 

Situation für mich und andere. Mit einhergehend sind dann

 

Auseinandersetzungen mit Gesetzestexten, Fachliteratur und diverser

 

Stellen. Genauso wichtig ist mir allerdings auch zu zeigen, dass ich

 

Suchtkrank war, ich war ein Junkie, mit allen Höhen und tiefen, und mein

 

Leben hat allerdings weitaus mehrere Facetten. Mein Leben passt nicht nur

 

in die eine Schublade! Meine ganze Suchtbiografie war gezeichnet von

 

Rückschlägen, wieder aufstehen, Clean Phasen und erneuten Rückfällen.

 

Seit meiner letzten Haft 2014 bin ich durchgehend drogenfrei. Vielleicht

 

hilft dieses Buch auch Menschen die davon Betroffen sind oder jemanden

 

kennen der Betroffen ist und zeigt Wege raus aus der Sucht und es hilft

 

vielleicht auch das ganze Thema um Suchterkrankung besser zu verstehen.

 

 

Oder noch besser, es hilft erst gar nicht in Sucht abzugleiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben 2020 veröffentlicht 2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 1                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Achterbahn meines Lebens Aufstehen und fallen, die Geschichte meines Lebens Auf den Weg nach Bonn Ich ging 2005 von Bayern aus, aus der JVA Bernau am Chiemsee über Remagen nach Bonn, um dort neu und unbelasteter ins Leben zurück zu kommen. Der Auslöser, dass es zu der Entscheidung kam, von zuhause weg zu gehen, war eine jahrelange    Drogenkarriere, die gezeichnet war durch Rückfälle, mehrere Jahre Haft und Therapien.                                                                                                                                                                                                                                                                             Rückwirkend gesehen bestand mein Leben lange Zeit aus hinfallen und wieder aufstehen oder anders formuliert aus Abgleiten, Abrutschen in die Sucht, was mit den Jahren auch immer schneller ging, das Aufschlagen im Drogenmilieu mit Beschaffungskriminalität, Entzugserscheinungen und letztendlich das böse Erwachen in einer Haftanstalt.                                                                                                                                Also im Kern eine typische Drogenkarriere, wie sie wohl bei vielen Süchtigen Menschen verläuft. Aber schon das alles sind Erfahrungen, die oftmals mehr als nur grenzwertig waren, und ich weiß letztendlich heute nicht mehr, wie viele Freunde oder Kollegen ich in der Zeit erlebt habe, die das alles nicht überlebt haben. Die Wahrheit wäre ja auch, dass diese Menschen außer von ihren Angehörigen und Freunden wahrscheinlich nicht wirklich vermisst werden. Teilweise hatte ich sogar das Gegenteil erlebt, vorm Respekt der Angehörigen und der Toten werde ich hierzu nicht mehr dazu schreiben. Noch nicht einmal zur Aufklärung würde ich mich an den Beleidigungen über den Tod hinaus beteiligen.                                                                                                                                                                                                                                                            Umso länger ich im Drogenmilieu dabei war, umso mehr Menschen erlebte ich, die an einer Überdosis gestorben sind. Wenn ich manchen Freund besuchen will, muss ich auf die Friedhöfe in den unterschiedlichsten Städten gehen. Was ich auch schon gemacht hatte, um es besser verstehen zu können und um mich von ihnen zu verabschieden. Von Anfang 2003 bis 2005 befand ich mich Mal wieder im Staatsdienst in einer bayrischen Haftanstalt in Bernau am Chiemsee, die für Wiederholungstäter bis zu einer Einzelstrafe bis zu drei Jahre vorgesehen war. Über die ganze Haftzeit bzw. schon vor Haftantritt habe ich mich um eine erneute Drogentherapie bemüht. Meine Bemühungen sollten schwer auf die Probe gestellt werden, weil ich die ganze Haftzeit dafür gekämpft hatte, dazu war Ausdauer nötig und meine Frustrationstoleranzgrenze, die man mit einem Gummiband vergleichen müsste.                                                                                                                                                                                                                                                     Seite 2                                                                                                  Letztendlich war es kurz vor Haftende soweit, dass mir die zuständige Staatsanwaltschaft München mir die Therapie bewilligt hatte und somit wurde ich durch die Justiz von Anstalt zu Anstalt von Bundesland zu Bundesland bis in eine Therapieeinrichtung in Remagen in Rheinland-Pfalz verlegt. Die dortige Einrichtung habe ich nach neun Monaten mit einem regulären Abschluss verlassen und dann ich bin nach Bonn in die Bonner Altstadt gezogen. Ich hatte einen Arbeitsplatz im Einzelhandel, das alles hatte ich mir schon von der Einrichtung aus gesucht. Was sinnigerweise mit zum Konzept einer solchen Einrichtung gehört. Also hatte ich ein kleines aber schönes Apartment in der Altstadt, eine Arbeit und eine Lebensgefährtin. Ich hatte für den Anfang alles was für einen guten Start nötig war. Das Leben in der Altstadt gefiel mir ganz gut, auch wenn es anders war, als ich es von Städten aus Bayern kannte. Dort sind die Unterschiede, die sozialen Gefälle viel sichtbarer und somit auch spürbarer. Bettler, Arbeitslose, Arbeiter und Geschäftsleute - es war eben alles auf kleinster Fläche vertreten. 2006 war die Bonner Altstadt genau das Richtige für mich, es hatte alles, es lebte, und Licht sowie Schatten lagen ganz nah zusammen. Auch wenn es nicht gut ausging, diese Zeit und die dazugehörigen Erfahrungen möchte ich nie missen. Eigentlich hätte ab da ja alles gut laufen können, das tat es aber nicht. Über die Monate wurde ich wieder rückfällig. Schon zuvor fielen mir natürlich die Drogengeschäfte, Dealer in der relativ offenen Drogenszene in der Stadt und auch in der Altstadt auf. Anfangs holte ich mir Heroin und Kokain fürs Wochenende, ich konsumierte, wie das eben ein Junkie macht, über die Nadel. Diesen Teil möchte ich auch gar nicht weiter vertiefen, dazu gibt es bereits so viele und unterschiedlichste Darstellungen und der Teil verlief eben nicht anders als bei jedem anderen Junkie auch. Zeitgleich kam dann auch noch wieder so eine typische Verkettung von Umständen, in der Firma, in einem ökologischen Baumarkt, in dem ich bis zu diesem Zeitpunkt gearbeitet hatte, die ging pleite durch Steuerschulden. Dadurch musste ich die Konkursphase mit überstehen, was heißt Insolvenzverwalter, anfangs kam keinen Lohn mehr, Melden beim Arbeitsamt, weil klar war, dass es nicht mehr weiter geht. Was dann natürlich bedeutete, dass ich meine Miete anfangs nicht mehr bezahlen konnte und ich auf das Verständnis des Vermieters hoffen musste, was mir durch die Unterlagen vom Insolvenzverwalter auch gelang. Da stand ich dann bei meinem Neuanfang auf den Schlag mit einem Haufen zusätzlicher Probleme.                                                                                                                                                                                                                                                  Durch die ganzen Umstände und den vorhergegangene Rückfall ging auch mein Drogenkonsum nach oben. Kurz um ging ich wieder Drogen jagen, dass nenne ich so, weil da Kokain im Mittelpunkt stand und bei dieser Droge gibt es so schnell kein Ende, man will immer mehr.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Seite 3                                                                                             Trugschluss                                                                                                 Ich weiß, das Verhalten ist für Außenstehende oder Menschen, die zur Sucht keinen Bezug haben, nicht unbedingt logisch, ich hatte Probleme und durch den Drogenkonsum wurden sie nicht weniger, im Gegenteil. Sucht lässt sich eben nicht mit rationalem Denken begreifen! Schlussendlich war ich halt wieder voll drauf, das Heroin brauchte ich schon früh am Morgen, um überhaupt funktionieren zu können, der Konsum vom Kokain nahm wieder ab, war aber auch immer mal wieder phasenweise präsent.                                                                                                                                                                                                                                                              Nach der Drogenerfahrung machte ich das, was viele Junkies machen, ich suchte mit einen Arzt und ging in ein Drogensubstitutionsprogramm, durch die Einnahme von Methadon verschwinden die Entzugserscheinungen und es dient eben als Ersatzstoff. Was bei den meisten, wie auch bei mir, nur bedingt funktionierte.                                                                                                                            Die Entzugserscheinungen, die Schmerzen sind weg ,aber es ersetzt den Stoff nicht wirklich, somit war der Griff, sobald es möglich war, zu den anderen Substanzen da, und die Kombination mit den unterschiedlichsten Mitteln ergibt es eine ganz böse Mischung und einem   dementsprechenden                                                                          Entzug.                                                                                                                                                                                                                                                              Das Alles hatte ich schon einmal durch gemacht, und wieder steckte ich bis zum Kinn in dem ganzen Drogen- und Substitutionssumpf. Schon alleine der Gedanke an den Entzug löste Ängste aus.                                                                                                                                               Wieso ich es dann wieder gemacht habe, obwohl ich ja schon wusste, dass der Entzug davon ganz dreckig ist? Das ist eben Sucht, in dem Moment vom Rückfall belügen einen  seine eigenen Gedanken in der Form, „ich mach es nur einmal“ oder: „diesmal habe ich es im Griff“. Das Alles ist selbsterklärend ein reiner Selbstbetrug, aber in diesem Moment will man es glauben. Eben ein Trugschluss. Die Situation war dann: Arbeit weg, zuständig war dann das Jobcenter, aber auch da ergaben sich dann weitere Möglichkeiten. Wie zum Beispiel, dass ich mit meiner damaligen Lebensgefährtin zusammen gezogen bin, die Wohnung war außerhalb vom Zentrum, was im Kern schon mal eine gute Wahl war, alles etwas mehr ab vom Schuss, wortwörtlich etwas weiter weg vom Schuss.                                                                                                                                                                                                                                                                                              Meine Lebensgefährtin hatte überhaupt nichts mit Drogen zu tun, sicherlich wusste sie davon. Ich versuchte immer, das Thema Sucht von zu Hause weg zu halten, um mit ihr ein Leben zu führen, wo das Thema möglichst nicht im Mittelpunkt stand, was nicht immer gelang.                                                                                                                     Zeitweise lief es dann mit der Substitution ganz gut, so dass der Drogenkonsum ziemlich gut zurück ging. Ich bekam auch wieder etwas Aufwind und war guter Dinge und wollte meine Sachen zu regeln, mich auf Arbeitssuche machen oder mich um eine Umschulung bemühen. Also ging ich zum Jobcenter und brachte das Thema Umschulung zur Sprache, aber schon alleine der Umstand Haftentlassung, Therapie (Drogenproblematik), und jetzt hatte ich die aktuelle Lage mit dem Rückfall und dem Substitutionsprogramm noch nicht einmal erwähnt, wurde mir schnell verdeutlicht, dass hierfür und für mich keine Mittel vorgesehen sind. Die weitere Begründung zur Ablehnung war, „Sie haben doch eine Ausbildung zum Verkäufer und wir haben so viele, die haben überhaupt keine Ausbildung, und die gehen vor“.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Seite 4                                                                                                      Meine Argumentation, dass ich mit meinen Vorstrafen im Verkauf keine wirklich guten Chancen mehr hätte, hatte sie nicht weiter interessiert.                                                                                                                          Allerdings kam dann auch die Katze aus dem Sack: „Und wenn Sie rückfällig werden, dann waren die Gelder und Bemühungen umsonst“. Auf meine Frage: Was soll ich denn dann machen, „Ja dann suchen Sie sich halt eine Arbeit im Lager“, - „Ja, aber ich habe doch keinen Gabelstaplerschein“ - „Wenn Sie dann eine Arbeit vorweisen können, dann zahlen wir Ihnen den Schein“. So und so ähnlich verliefen auch die weiteren Gespräche.                                                                                                                                                                                                                                                          Vielleicht hatte die Sachbearbeitern mit ihrer Vermutung recht ? Das die ganzen Bemühungen eh zwecklos sind? Klar war für mich, hilfreich war dieses Amt an dieser Stelle sicherlich nicht. Also reichte es für eine Grundsicherung an Leistungen, und wenn ich einem Termin oder ähnliches nicht punktgenau nachkam, reichte es allerdings für Sanktionen in Form von Kürzung meiner Leistungen. Also fiel mir meine Sucht-Biografie immer wieder vor die Füße und wurde mir zum Handicap. Das passierte später ebenso, genau genommen bis zum heutigen Tag.                                                                                                            Eine Erfahrung, die ich, aber auch viele andere machen, die aus dem Knast kommen, ab und an und an manchen Stellen kommt die nächste Bestrafung nach der Entlassung. Über die Monate stieg nicht nur die Frustration, sondern auch wieder der Drogenkonsum. In der Zeit wurde ich dann auch durch Beschaffungskriminalität wieder straffällig und stand erneut Mal wieder vor Gericht. Meine Sorge wurde natürlich größer und größer, dass ich erneut in Haft muss, es gab ja auch noch die Reststrafe, Bewährungsstrafe aus Bayern und zusätzlich machte mir der kalte Entzug, der dann bevorstand, so wie ich ihn aus bayrischen Haftanstalten kannte, Sorgen.                                                                                                              Anfangs dachte ich, zum Glück bist du jetzt in Nordrhein-Westfalen, wo sie etwas liberaler sind. Bei der Verhandlung kamen dann, ich glaube neun Monate Haft raus, Plus die Reststrafe aus Bayern von ebenfalls acht, neun Monaten.                                                                                                                                                                                                                                                           Nach Abschluss der Verhandlung, sagte mir der zuständige Richter, er hätte in Augsburg studiert - ja dass ich hatte ich bemerkt. Als es dann darum ging, wo ich die Haft verbüßen muss, war für meine damalige Pflichtverteidigerin  klar: Hier in NRW und im offenen Vollzug, also mit der Möglichkeit bei guter Führung in Ausgang zu gehen. Ich fragte sie, und was ist mit der Substitution? „Da besorgen Sie sich eine Bescheinigung von Ihrem Arzt über das Medikament, und dann bekommen Sie es während der Haftzeit über“.                                                                                                                                                                                                                                                                   Das alles konnte ich gar nicht glauben, und meine Angst wurde nicht wirklich weniger, weil eben meine Erfahrung eine ganz andere war.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Seite 5                                                                                                               Es kam der Tag, als das Scheiben kam, und da stand alles so drauf, wie es mir meine Anwältin gesagt hatte. Glauben konnte ich es trotzdem noch immer nicht ganz.                                                                                                 Ich stellte mich also am Tag X in der zuständigen Haftanstalt Castrop-Rauxel vor mit der Möglichkeit auf den offenen Vollzug, ich kam zum Arzt, dort ging mit der Medikation alles klar, ich durchlief Zugangsgespräche, ein ganz normales Prozedere. Ich dachte mir, „Okay, so kann es also auch laufen“.                                                                                                                                                                                                                                                                                Am Tag zwei oder drei sagten Beamten: „Kommen Sie mal mit“, wir gingen ins Dienstzimmer, und dort wurde mir dann eröffnet, dass ich nach Bayern verlegt werde. Ich kam unmittelbar in Transportzellen, Absonderung von allen anderen Gefangenen, und es wurde alles fertig gemacht zum Transport.                                                                                Ich war mit den Beamten noch am Diskutieren und auch am Streiten, ich hatte immer gesagt: „Ich fahr nicht, schon alleine wegen dem Methadon, ich gehe ja schon bei der Busfahrt kaputt“. Sie hatten mir dann aber klar gemacht, „Sie fahren so oder so mit!“.                                                                                                                                 Die Problematik mit der Medikation hatten sie schon verstanden, da gaben sie mir die Zusage, dass ich das Methadon die Fahrtzeit über bekomme also ca. sieben Tage, die man von Knast zu Knast benötigt. Natürlich wollte ich trotzdem nicht fahren, die Beamten hatten mir dann verdeutlicht, dass wir das am nächsten Tag ausmachen würden. Geschlafen habe ich nicht und am Morgen ging die Tür auf und fünf, sechs Beamte waren schon bereit, mich bereit zu machen. Nach noch weiterer sinnloser Diskussion saß ich im Justizbus.                                                                                                                                                                                                                                                          Zumindest das Versprechen wurde eingehalten, und ich bekam jeden Tag in der Früh die Medikation. Von Station zu Station, der wir Bayern näher kamen, wurde mir meine Problematik klarer, sobald ich in Bayern bin, kommt der Kalte Entzug, und damit musste ich mich jetzt abfinden! Zurück in Bayern 2010, da war ich wieder Da war ich wieder in derselben Anstalt, in der JAV Bernau, von der ich damals weg bin. Der Arzt hatte seinen Spaß an der Verordnung auf Substitution aus NRW. „Sie sind wieder in Bayern, Herr Schilcher, Sie kennen sich ja aus, hier gibt’s auch bis heute nichts gegen die Schmerzen“, und sein Abschlusssatz war: „Wenn Sie was brauchen, dann gehen Sie in den Hofgang“, was eine Anspielung auf den Illegalen Handel von stofflichen Mitteln unter Mitgefangenen war. Nach einer Woche Zugangszelle, in der die Kloschüssel schon mein bester Freund war, kam ich wieder ins Haus 2, wo ich damals schon mal für längere Zeit war. Glück im Unglück, ich kam in eine Gemeinschaftszelle, wo ich der vierte Mann war, und ein paar Leute kannte ich von damals noch. Und dort bekam ich dann etwas Subutex von Mitgefangenen, was auch ein Schmerzmittel ist, das zur Substitution eingesetzt wird, nach Tage des Übergebens, Durchfalls und allen anderen Zuständen, die man bei einem solchen kalten Entzug hat, waren nach der Einnahme die Schmerzen und alle weiteren Begleiterscheinungen weg. Dies war natürlich nur alle vier, fünf Tage in kleinste Dosierung möglich, aber das hatte die Umstände des Entzugs um Vieles erträglicher gemacht.      Also hatte der Arzt auf einer Seite sogar recht behalten, wenn ich was gegen die Schmerzen tun wollte, müsste ich das schon selber machen, nur ich musste nur nicht soweit gehen, wie er es dachte.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 6                                                                                                             Als die ersten Wochen vorbei waren, und ich mich auf den Weg der Verbesserung befand, fing ich auch wieder an, mich körperlich fit zu machen, mit Liegestützen in der Zelle, was für ein Kampf mit meinem Körper der noch extrem vom Entzug geschwächt war Dazu war klar, das wird auch anderweitig keine gute oder besser gesagt, es wird eine unruhige Zeit auf mich zukommen, in den Jahren zuvor hatte ich mich dazu mit der Anstaltsleitung zu sehr angelegt. Damals Damals, 2003 bis 2005, hatte ich mich um Verbesserung von Haftbedingungen eingesetzt, wie zum Beispiel gegen den kalten Entzug. Oder Verkürzung der Wartezeit auf ein Erstgespräch bei der Suchtberatung, da es damals bis zu sechs Monate dauern konnte, bis man dort einen Termin bekam. In der Zeit lernte ich auch Frau Barbara Rütting kennen, die im Gefangenenbeirat durch ihre Tätigkeit im Bayrischen Landtag saß. Sie verstand meinen Unmut, die Problematik, und nahm sich der Sache an.                                                                                                           Ich wendete mich auch in Form einer Beschwerde wegen der Verweigerung von Resozialisierung an den Bayrischen Landtag mit einem Schreiben vom 10. Mai 2005, in dem ich die Situation gut erklärt hatte.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               

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                                                                                                                          Seite 11                                                                                                       Aus der Zeit kamen die Eintragungen wie z.B. „Renitenz“ oder „querulantisch“ in meine Vollzugsakte.                                                                                                                                                                                                                                                                        Im Gegenzug hatte ich allerdings eine durchweg hausordnungsgemäße Führung, und alle freiwilligen Urinkontrollen waren durchweg negativ.                                                                                                                                        Die Abschriften von meinen Bemühungen, also Beschwerden, Petitionen und Anzeigen gingen damals schon in Form einer Abschrift zum Strafvollzugsarchiv in Bremen, mit dem ich auch immer mal wieder im Austausch war, und die Schreiben habe ich selber vorsichtshalber bis heute behalten, sollte mir das alles eben Mal vor die Füße fallen. Als ich anfing, mich in der Richtung zu bemühen, war mir schon klar, dass das ein schmaler Pfad ist.                                        Der Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen verlangt. Und Glück im Unglück, in der Haftzeit und durch ähnliche Interessen lernte ich J. kennen, vor seinen Ruhestand und war er in einer leitenden Position in einem Krankenhaus.                                                                                                                                                                                                                                                         Also Schreiben richtig zu formulieren, das war schon seine Leidenschaft. So trafen wir uns beim Aufschluss, wenn die Zellen für ein paar Stunden nach der Arbeit offen waren, ich brachte den Entwurf meiner Schreiben mit, und wir gingen sie immer und immer wieder durch, bis sie dann so waren, wie ich sie haben wollte. Ich erarbeitete die Schreiben mit ihm zusammen und lernte viel von ihm, daraus entstand auch eine Freundschaft, die es bis heute gibt. In der Haftzeit von 2003 bis 2005 hatte ich mich nach der Anfangszeit, sowie auch zu dem Zeitpunkt dann entschlossen, nichts mehr zu konsumieren. Die Haftzeiten habe ich immer genutzt, um mich in möglichst vielen Dingen wieder fit zu machen. Um die Zeit eben positiv zu nutzen, Abstand zu Drogen und anderen Dingen zu bekommen, obwohl diese oftmals sehr nah waren. Aktuelles aus 2010 Gleich auch in der ersten Zeit bekam ich Post von meiner Anwältin aus Bonn, die Beschwerde gegen die Verlegung nach Bayern eingereicht hatte. Mit der Begründung, dass seit der Therapie in Remagen mein Meldeadresse, mein Wohnsitz in Bonn ist, und eben deswegen dort die Haft zu verbüßen sei.                          Selber hatte ich mir die Mühe gemacht und schriftlich bei der zuständigen Strafvollstreckungskammer in Bayern angefragt, wer denn die Verlegung angeordnet hatte? Dasselbe Schreiben, mit derselben Fragestellung hatte ich an die zuständige Haftanstalt in NRW geschickt. Von beiden habe ich eine Antwort erhalten, Bayern schrieb ,das war NRW und NRW schrieb, für die Verlegung war Bayern verantwortlich.      Ich hatte daraufhin den jeweils Andern die Kopie des Schreiben des Anderen geschickt, mit der Fragestellung, wer den jetzt hier die Wahrheit spricht (schreibt)?                                                                                                               Darauf habe ich natürlich nie eine Antwort erhalten. Klar war mir nur, dass ich mit dieser Aktion eventuell nur weitere negative Eintragungen in meiner Akte nach sich ziehen könnte. War ich halt schon wieder renitent und querulantisch!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Seite 12                                                                                                        Revue passieren lassen Ich nutzte die Zeit für eine Rückblende.                                                                                                                                                                                                                                                    Jetzt saß ich ja wieder in einer Zelle und hatte Zeit für eine Rückblende! Sport & Gesundheit Wie bereits erwähnt, habe ich die Haftzeiten fast immer nutzen können, um mich körperlich und geistig wieder fit zu machen. Dabei wird man unwahrscheinlich kreativ, wenn es darum geht, mit welchen Alltagsgegenständen man Sport machen kann. Und natürlich lernt jeder von dem anderen und seinen Erfahrungen, man unterhält sich, wer was wie macht, oder es bilden sich dann auch in dem Bereich Interessensgruppen. Beim Kraftsport mach es absolut Sinn mit einem Trainingspartner zu trainieren, um sich bei Übungen gegenseitig zu helfen, und natürlich sich auch gegenseitig zu motivieren. Für die Ausdauer bin ich immer mal wieder im Hofgang joggen gegangen, auch wenn es sehr monoton war, in so einem Hof seine Runden zu drehen. Was für mich ein ganz wichtiger Schlüssel bei der ganzen Sache mit dem Sport ist, sicherlich ist es im Knast von Vorteil möglichst fit zu sein, aber - der für mich noch größere Punkt war und ist es heute noch das gute Gefühl! Das gute Gefühl, das ich nach dem Sport habe, oder wenn ich zum Beispiel selber überhaupt keine Lust dazu hatte, sich selber doch zu motivieren, oder durch den Trainingspartner motivieren zu lassen, also den inneren Schweinehund zu überwinden. Das kennt jeder der egal welchen Sport macht, was das dann für ein gutes Gefühl ist, wenn man dann doch trainiert hat. Dazu spiegelt sich - für mich - auch immer wieder der Ablauf des Lebens, am besten ist es für mich beim Laufen zu erklären. Dabei habe ich unwahrscheinlich viel gelernt, das Einteilen von Kräften, nicht nur einen Spurt hinzulegen, sondern die Kräfte so einzuteilen, das sie über eine längere Strecke anhalten, sein Tempo zu finden! Zu lernen, von den Anderen zu lernen, die Fehler der Anderen zu vermeiden, oder das, was Andere besser machen, zu übernehmen oder sich nicht vom Tempo der Anderen mitreißen, anstecken zu lassen. Um sich bei einem Marathon nicht von den Anderen und ihrem Tempo beeinflussen zu lassen. Bei einem Marathon spiegelt sich für mich zumindest auszugsweise das Leben wieder, zumindest passiert dabei und bei der Vorbereitung Vieles, was ich im Alltag ebenfalls finde. Aufstehen, laufen aber auch zu lernen, das es nicht immer geht, sowie auch das Versagen und sich trotzdem wieder zu motivieren weiter zu laufen und auch zu laufen, wenn es schon lange schmerzt. In meinem Leben bin ich zwei Halbmarathaton gelaufen und einen 10-km-Lauf.                                                                                                                                                                                                                                            Seite 13                                                                                                    Worauf ich auch heute noch stolz bin, besonders eben durch meine Suchtbiografie.                                                                                             Laufen, hinfallen und wieder aufstehen, auch wenn es schmerzt. Geistig wieder fit werden Die Haftzeiten habe ich immer wieder als Chance gesehen, um auch geistig fit zu bleiben und mich auch wieder für andere Dinge zu interessieren, die zweifelsohne durch die Sucht fast ganz und gar auf der Strecke blieben. Sicherlich ist das auch ein Zwangsoptimismus, der sich da entwickelt. Aber was wäre die Alternative dazu gewesen, aufzugeben und mich ganz und gar der Sucht hinzugeben. Nein, dazu war der Wunsch zu groß, doch noch was Sinnvolles aus meinem Leben zu machen, und es auch mal genießen zu können. So habe ich viele Stunden in meiner Einzelzelle, in der ich die längste Zeit in meinen Haftzeiten war, mit Kreativität verbracht. Ich habe gezeichnet, gebastelt und auch gelernt, dass Not erfinderisch macht, aus nicht viel oder mit nur wenigen Mitteln etwas zu schaffen. Was mir oder Anderen Freude macht. Aber auch da sehe ich es rückwirkend so, der Prozess ist dabei schon der größte Gewinn. Sicherlich habe ich auch gelesen oder mir Dokumentationen, Berichte und Diskussionen im Fernsehen oder im Radio angehört. Dabei wurde auch Musik hören sehr wichtig, für mich eine der angenehmsten Arten mich ablenken zu lassen. Ein weiteres Steckenpferd wurde das Schreiben, ja, ich würde sagen: Ironie der Geschichte. Schreiben gehörte zweifelsohne lange nicht zu einer meiner Stärken, mit der Rechtschreibung stand ich lange und auch heute noch hier und da auf Kriegsfuß – aber - was mich nicht vom Schreiben abhielt, wie Sie heute sehen. In der dritten oder vierten Klasse kam ich in die Sonderschule, weil ich mich beim Lernen schwer tat. Was aber später auch zum Vorteil wurde. Zum Beispiel hatte ich einen Lehrer, Blasius Thätter, der später ebenfalls im Bayrischen Landtag war und mir mit einem Schreiben sehr geholfen hatte. An der Stelle möchte ich mich auch bei ihm und vielen Anderen bedanken, die immer mal wieder geholfen hatten, herzlichst bedanken. Bei Herrn Thätter sowie bei Frau Rütting hatte ich mich im Laufe der Jahre schriftlich für ihre Bemühungen bedankt, besonders froh war ich, dass ich mich noch bei Frau Rütting bedankt hatte, weil sie mittlerweile verstorben ist. Selbstverständlich war und bin ich auch dem Strafvollzugsarchiv in Bremen und meinen Freunden und meiner Familie sehr dankbar.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Seite 14                                                                                              Allererste Haft Als ich 1995 erstmals in der JVA Stadelheim in München in U-Haft saß, kam nach dem Drogenentzug die Ernüchterung, auch in der Hinsicht, dass der Kontakt nach draußen nur schriftlich geht, bis auf den Besuch alle 14 Tage.                                                                                                                                             In der Zeit hatte ich schriftlichen Kontakt zur Familie und Verwandtschaft und auch zu ein, zwei Freundinnen. Sicherlich war mir das peinlich, dass ich es damals eben nicht besser konnte, aber somit musste ich über meine Schatten springen, wenn ich den Kontakt aufrecht erhalten wollte. Heute bin ich natürlich froh, dass ich über diesen Schatten gesprungen bin, schon alleine weil daraus Freundschaften entstanden sind oder sich aufrecht erhalten und sich vertiefen ließen, die es so sicherlich sonst nie gegeben hätte.                                                                                                                                             Schon alleine über diesen Weg hatte ich mich über die Jahre von Haftzeit zu Haftzeit über mit allen möglichen Themen und Dingen auseinander gesetzt, mit denen ich mich, wenn mein Schicksal eben anders gelaufen wäre, sicherlich nie auseinander gesetzt hätte. Als liegt für mich immer wieder im Schicksal auch eine Chance. Erkenntnisse aus der Haftzeit 2003 bis 2005 So interessiere ich mich über die Jahre hinweg auch für Gesetzbücher, eben besonders für Strafvollzugsgesetzbücher und dessen Auslegungen und Urteile. Dazu gab es diverse Quellen, die sich eben auch über die Jahre und dem steigenden Interesse aufgetan hatten.                                                                    Mir war klar, dass ich mir durch die Bemühungen um Verbesserung der Haftbedingungen und natürlich um Verbesserung meiner eigenen Situation nicht nur Freunde mache. Wie weit das noch gehen würde, dazu hatte ich in den Anfangszeiten und auch später keinerlei Vorstellungen, wie auch. Sicherlich wurde ich gewarnt, wie zum Beispiel von der Universität der Rechtswissenschaften in Bremen von Herrn Prof. Dr. Feest, die eine der Quellen war, was Gesetzestexte usw. betraf. Die mir am Anfang meiner Bemühungen klipp und klar schrieben, wenn Sie diesen Weg gehen, dann müssen sie auch mit Repressalien rechnen. Damals ging ich davon aus, dass es eben Steine sein werden, die sie mir halt dann eventuell in den Weg legen, sich Sachen unnötig verzögern, sich Bearbeitungszeiten verlängern oder eben Ähnliches. Wo diese Reise noch hingehen sollte, wie weit diese Reise noch gehen sollte, konnte ich natürlich nicht erahnen oder gar wissen. Revue passieren, sich selber reflektieren, Ergebnis meines Lebens Beides lernte ich ebenfalls im Knast und in meinen Zeiten mit Therapeuten in diversen Therapieeinrichtungen. So oft, so viel und so intensivst setzen sich sicherlich nur wenige Menschen mit sich selber auseinander. Im normalen Alltag hätte auch kein Mensch so viel Zeit, und wenn er die Zeit hat, wahrscheinlich auch nicht die Muße, seine Freizeit mit schwerer Kost zu verbringen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Seite 15                                                                                                  Rückwirkend bin ich damit, was und wie manches in Therapien abläuft, nicht zufrieden. Mittlerweile stelle ich bei der Behandlung von Suchtkranken durch Therapeuten vieles in Frage und Frage mich, wissen sie eigentlich was sie da tun, welchen Schaden sie Streckenweise anrichten? Aktuelles aus 2010 Mittlerweile saß ich ja wieder in einer bayrischen Haftanstalt, hatte mich von der Gemeinschaftszelle in eine Einzelzelle verlegen lassen. Ging in einer Fertigung, Arbeitsbetrieb 1.2 arbeiten, in der ich bei der längeren, vorherigen Haft gearbeitet hatte. Bei der Arbeit fertigt man Kleinteile oder verpackt sie, unterm Strich eine sehr monotone Arbeit. In diesem Betrieb wollten damals 2003 nicht Viele arbeiten, in dem Betrieb schlugen oftmals die Krassen auf, sie so wie ich wurden dort von der Anstalt eingeteilt um zu scheitern. Viele gaben auch auf oder setzten alles daran, wo anders hin zu kommen oder in die Zelle zurück geschickt zu werden. Damals in der Haftzeit 2003 bis 2005 wurde ich dort letztendlich Vorarbeiter. Und zugleich wartete ich auf das Ergebnis der Beschwerde meiner damals zuständigen Anwältin auf Rückverlegung an den Heimatort Bonn. Und so habe ich die Zeit genutzt, um mal wieder ausführlich nach hinten zu sehen. Ohne dass ich jemals den Drang verspürt hatte, rückwärtsgewandt zu leben. Das Gelebte ist gelebt, und gestalten lässt sich nur die Gegenwart und planen die Zukunft.                                                                                           Das in der Zeit Erinnerungen hoch kamen, wo ich doch schon mal hier war, was ich bereits unter Anderem in der Anstalt und über die Jahre erlebt hatte, wo ich doch auch wieder hier war, lag auf der Hand. Und wieder zum Anfang, aller Anfang 1995 saß ich erstmals in Stadelheim in U-Haft wegen einer Serie von Einbrüchen, die U-Haft dauerte so ziemlich genau sechs Monate, was ein normaler Rahmen an Zeit für eine solche Verhandlung und dessen Vorbereitung ist.                                                                                                                                                                                                                                                                               Bei der Verhandlung gab es dann zwei Jahre und eine Unterbringung im Maßregelvollzug nach Paragraf 64 BtmG. Was dann bedeutete, dass ich in eine forensische Psychiatrie in München kam. Was auch unter dem Namen Maßregelvollzug bekannt ist. In den 1990er Jahren dachten die Verantwortlichen, dass Süchtige am besten dort aufgehoben sind. Weggesperrt unter Kontrolle, um dort therapiert zu werden.                 Um es zu betonen, dass war meine erste Haft!                                                                                                                                       Als ich dort ankam, hatte ich den festen Vorsatz drogenfrei zu bleiben, und meinen Weg zu gehen, der mich auf eine externe Therapieeinrichtung nach Paragraf 35 BtmG bringen sollte, in der man eben nicht mehr eingesperrt ist. In solchen Einrichtung ist man zwar mit Anweisung vom Gericht und man muss sich an die Regeln des Hauses halten, aber man muss sich quasi auch selber dort behalte wollen, denn bei einen Abbruch geht es selbstverständlich zurück in den Knast. Aber auch das sollte noch ein steiniger Weg werden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Seite 16                                                                                                          In der Forensik hatte ich ein Gemeinschaftszimmer, in dem ich noch mit drei weiteren Süchtigen das Zimmer teilte. Dass die Unterbringung problematisch sei, was unter anderem den Drogenkonsum betraf, das wurde mir schon in der U-Haft erzählt. Aber ich hatte doch den Willen drogenfrei zu leben, daher dachte ich, hoffte ich, dass ich das schaffen würde. Ich hatte keine Vorstellung, was da auf mich zukam. Schon bei der Einweisung vom Arzt in das Vier-Mann Zimmer hatte der Arzt zu mir gesagt, „Wenn Sie das Zimmer drogenfrei überstehen, dann sind Sie therapiert“. Mir wurde auch schnell klar, was er meinte, nach anfänglicher Skepsis und Kennenlernen unter Mitgefangenen kam ziemlich schnell das Angebot, ob ich Heroin will. Anfangs lehnte ich noch ab, und meine Kollegen konsumierten fleißig. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis ich dabei war! Die ganze Zeit über habe ich kaum etwas für die Drogen bezahlt, weil ich mit den Leuten im Zimmer war, oder zu diesen Leuten Kontakte hatte, die die Drogen in die Einrichtung brachten. Die Einrichtung      wurde auch in den Medien bekannt, die Staatsanwaltschaft hat zusammen mit der Polizei im geschlossenen Hochsicherheitsbereich eine Razzia gemacht, um die Drogengeschäfte, die von drinnen nach draußen organisiert wurden, zu unterbinden, teilweise mit Erfolg. Somit machte ich dann in der Station den Entzug, weil ich irgendwann die Burg verlassen wollte, so nannten wir damals die Einrichtung. Das hatte ich dann auch geschafft, und wurde nachdem ich belegen konnte, dass ich drogenfrei bin, in das nächste Haus verlegt , die Verlegungen liefen eben nach einem Stufenplan, der dann immer mehr Lockerungen vorsah. Von da aus ging es dann eben in ein weiteres Haus, das schon mal keine Mauern mehr hatte, sondern eine Zaun. Auch in dem Haus war aller Anfang schwer, dort wurde man die ersten Tage und auch Wochen in einem Saal mit ca. 10 - 12 Mann untergebracht, bei der Art von Unterbringung zeigt sich, wie belastbar ein jeder ist – aber - es gab ja auch keine wirkliche Alternative dazu. Einmal in der Woche war der Chefarzt der Anstalt bei der Visite dabei, der schlief immer wieder bei den Gesprächen ein. Jeder dachte sich seinen Teil, sagen durfte man nichts, war auch besser so, denn er hatte die Entscheidungsmacht über viele Dinge. Jahre später hatte ich in der Zeitung gelesen, dass sie ihn überführt hatten, dass er sich an den Medikamentenschränken der unterschiedlichsten Stationen bedient hatte. Also gab es für Viele überhaupt keine Alternative.Wenn dann nur den Abbruch der Maßnahme, was dann bedeutete, zurück in den Knast und Endstrafe machen, weil man dann jeglichen Anspruch auf vorzeitige Entlassung verspielt hatte, viele strebten den Abbruch dann allerdings trotzdem auch an.                                                                                                               Ich hatte es schon mal geschafft, bis zu den Lockerungen zu kommen, also durfte ich raus auf das Gelände zum Arbeiten. Die meisten gingen im Garten oder in der Küche zum Arbeiten, weil man dort die meisten Möglichkeiten und Freiheiten hatte.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Seite 17                                                                                                         Ich entschied mich für eine geschlossene Halle, in der behinderte Menschen Papierarbeiten am Fließband machten, ich entschied mich dafür, weil dort in einer Ecke Tiffany Lampen, Anhänger oder Fernsehbilder gemacht wurden. Und dadurch lernte ich den Umgang mit Glas.                                                                                                             Nach, ich weiß nicht mehr wievielten Monaten dort, hatte es mein Anwalt geschafft die Verlegung in eine offene Therapieeinrichtung zu erreichen nach Paragraf 35 BtmG. Somit kam ich erstmals nach Augsburg (1996/1997), in eine Therapieeinrichtung, in der sehr viel mit Sport gemacht wurde. Anfangs war das für mich mehr so ein notwendiges Übel, das gehörte eben mit zum Therapiekonzept. Durch den dort zuständigen Trainer machte mir das dann auch mit der Zeit Spaß und so kam ich zum Laufen. Die Therapie dauerte damals drei Monate, kurz aber kompakt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                Manche Therapeuten sehen im Sport eine Suchtverlagerung, vielleicht haben sie Recht ? Allerdings habe ich noch keinen erlebt, der deswegen im Knast saß. Die Maßnahme durchlief ich und hatte sie somit positiv abgeschossen.                                                                                    Im Anschluss ging ich noch in Augsburg in eine Nachsorgeeinrichtung. Von dort aus suchte ich mir Arbeit im Einzelhandel, ich musste zur Einarbeitung unter der Woche nach Karlsruhe, das passte den Therapeuten so gar nicht, weil ich eben für sie fünf Tage nicht sichtbar war.                                                                            Ich war einfach nur froh, dass ich diese Arbeit hatte.                                                                                                                             Immer wenn ich zurück kam, musste ich eine Urinkontrolle machen, die waren immer negativ, bis einmal ein Ergebnis positiv auf Tabletten war. Zu dem damals zuständigen Leiter sagte ich, das kann nicht sein und verlangte eine zweite Probe, was er partout nicht machen wollte.                                                                                                                         Wir konnten uns auch nicht sonderlich gut leiden, weil er mit seinen Therapiemaßnahmen aus meiner Sicht oft zu weit ging, später habe ich dann erfahren, dass er selber wohl in der Psychiatrie als Patient sitzt, zumindest würde mich es überhaupt nicht wundern. Kurzum, die Maßnahme hatte ich ja positiv abschlossen, und somit hatte ich die Nachsorgeeinrichtung verlassen und musste zumindest nichts von der Justiz befürchten. Zum Glück hatte ich in Augsburg eine Wohnung gefunden, ich hatte noch die Arbeitsstelle im Einzelhandel und dazu hatte ich in Augsburg eine Frau kennengelernt, in ich die ich sehr verliebt war, es lief alles ganz gut.                                                                                                                                                                                                                                                                           Nach ein paar Monaten stand eines Tages die Polizei vor meiner Türe, ich guckte durch den Türspion und dachte nach, gäbe es eventuell noch was aus der Zeit davor? Ich dachte, nein, das kann nicht sein und öffnete die Türe! Wir haben hier einen Haftbefehl gegen Sie, ich fragte natürlich wieso, weshalb, warum? Mir wurde geantwortet, dass könnten sie nicht sehen, es muss aber was Altes sein aus München. Ich durfte noch mit meinen Eltern telefonieren und konnte ihnen meine Lage gerade noch erklären, sie riefen dann meinen Anwalt in München an, aber ich kam in Augsburg in Haft.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Seite 18                                                                                                          Jetzt saß ich zum ersten Mal und konnte mir keinen Reim darauf machen.                                                                                                                  Auch in der Anstalt konnte mir das keiner beantworten, dadurch entschloss man sich, mich nach München zu verlegen, weil es von dort kam und auch mein Anwalt näher war.                                                                  In Stadelheim angekommen, sah ich dann in den ersten Tagen meinen Anwalt, er sagte mir: Ludwig, du hast laut Staatsanwaltschaft die Therapie in Augsburg nicht abgeschlossen, also bist du für die seither auf der Flucht. Oh ..... meine weitere Antwort war, ja, dann ist das alles kein Problem, wir schicken den positiven Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft und dann können sie mich ja heute oder morgen noch entlassen! Ernüchterung, mein Anwalt machte mir klar, so einfach wird das nicht, du sitzt in Strafhaft und da gehen die Türen nicht mehr so leicht auf – aber - er versprach mir, er bekomme das hin, nur es wird etwas dauern. Ich war am Boden zerstört, ich sah alles den Bach runter gehen: Wohnung, Arbeit und Freundin, der hatte ich zwar von meinem Vorleben erzählt, aber auch wieder oder noch nicht so viel, als was jetzt alles kommen würde, jetzt musste ich ihr im Brief alles erzählen. Innerhalb von kürzester Zeit wurde ich mehrmals in der Zeit verlegt. bis ich dann nach ca. zwei Monaten aus der JVA in Kaisheim Blitz entlassen wurde. Diese Haftzeit war sicherlich mit Abstand die kürzeste, aber auch mit Abstand die stressigste Zeit. Alle paar Wochen wurde ich verlegt, ich hatte keine Post erhalten, wie auch immer wenn ich schrieb ich, ich bin hier, da war ich ja schon fast wieder weg. Ich kam auch fast nie zum Einkaufen, somit musste ich mich an Tabak und Kaffee unter der Hand durch Mitgefangene versorgen. Letztendlich wurde ich nach ca. zwei Monaten aus der JVA Kaisheim – Blitz entlassen. Sicherlich habe ich mich über denselben Anwalt informiert, ob ich da nun was machen kann, die Antwort war auch sehr eindeutig, die werden nie einen Fehler zugeben, sei einfach froh, dass du es hinter dir hast, und er konnte auch mit Freundin, Arbeitgeber sprechen und die Sache erklären.                                                                                                                                                                                                                                                                                  Also nahm ich seinen Rat an und freute mich, dass ich wieder draußen war. Wieder auf freien Fuß in Augsburg Die Freude über die wiedererlangte Freiheit war groß, jedoch der Frust über das gerade Erlebte war nicht weniger klein, wie sich zeigen sollte, war er größer als alles andere.  Als erstes bin ich freudig zu meiner damaligen Freundin, sie war in der Arbeit und ich hatte ihr Rosen, eine Flasche Sekt mit einer Karte, vor ihre Türe gelegt. Dann wollte ich nur noch heim, die Türe verschließen und Ruhe haben. Am Abend besuchte ich sie in der Kneipe, wo sie am Arbeiten war, ich freute mich, sie freute sich - ein super tolles Gefühl.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 19                                                                                                       Auf die Situation in der vollen Kneipe hatte ich bald nur keinen Nerv mehr, alle Menschen waren gut drauf, ich eigentlich ja auch.                                                                                                                                                                                                                                                                      Das mit den vielen Menschen wurde mir eben schnell zu viel und mir wurde auch klar, dass ich den Film, den ich in den letzten Wochen erlebt hatte, keinem mehr erklären kann, ein Ohnmachtsgefühl und voll mit Frust. Also nahm die Sache mal wieder seinen Lauf, ich organisierte mir 5 Gramm Heroin und 5 Gramm Kokain und sperrte ich diesmal freiwillig in meiner Wohnung ein.                                                                                                                                    Die Tage ging ich sogar noch zur Arbeit -,aber,- auch da lief es nicht mehr rund. Die Alltagsprobleme der Leute konnte ich verstehen, ich wollte sie nur zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hören.                                                                                                       Schlussendlich machte ich mich mit Drogen Tag für Tag zu, bis ich im Eiltempo wieder in U-Haft in Augsburg saß.                                                                                                                                                                                                                                                                               Da war ich schon wieder, nur diesmal wusste ich wieso. Ich verbüßte die U-Haftzeit in Augsburg, ging dann noch einmal für zehn Wochen in Therapie. Nach dem Abschluss waren dann natürlich Arbeit und Wohnung weg, die Freundin war noch da. Und so zogen wir zusammen, in Augsburg kam ich dann nicht mehr wirklich lange oder dauerhaft auf die Füße. Ich suchte mir zwar noch eine Arbeitsstelle und arbeitete auch noch eine Zeit im Verkauf bei einer namhaften Firma von Kfz-Teilen. Allerdings kam ich eben über die Monate wieder in das alte Fahrwasser. In einem Streit, bei dem es um Drogen ging, hätte ich von den anderen noch 20 Mark bekommen müssen, um die er mich betrogen hatte, die Sache eskalierte so schnell und absolut unberechenbar, dem Anderen sein Kollege steckte mir ein Messer von hinten in die Seite rein und traf den rechten Lungenflügel, ich klappte zusammen wie ein Taschenmesser und bekam anfangs keine Luft mehr, da dachte ich, das war es nun!                                                                                                                                                                                                                                                                         Die ganze Aktion lief genau im Zentrum am Königsplatz in Augsburg ab, was für mich von Glück war, somit war rasch ein Notarzt bei mir. 1999 auf 2000 saß ich, wie sollte es anders sein, also in U-Haft. Ach, die Ermittlungen wegen des Messerstichs verliefen lange Zeit im Sande, das war halt eben im Drogenmilieu. Erst viel später kam es in der Sache zur Verhandlung, der Haupttäter, ein Italiener, bekam darauf hin eine mehrjährige Haftstrafe. In der Haftzeit wurde ich in Strafhaft in eine andere Einrichtung in Augsburg verlegt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich meine Freundin tatsächlich noch. Mit ihr stand ich im ständigen Briefkontakt ,und sie besuchte mich regelmäßig, auch sie hatte nichts mit Drogen am Hut, außer eben die Beziehung mit mir.                                                                                                                                                                                                                                                                                          Das war eine ziemlich kleine Haftanstalt und sie hatte schon so ihre Eigenheiten, wie zu Beispiel, dass es noch immer in der Türe Sehschlitze gab, durch den die Beamten die Gefangenen beobachten konnten, nur diese waren seit längerem überhaupt nicht mehr zulässig, und so machte ich mir den Spaß und                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Seite 20                                                                                             verdeckte den Sichtschlitz mein kleinen Bildchen, die ich aus Erotikzeitschriften hatte. Die Beamten fanden die ganze Konstellation nicht so witzig, wie sich später zeigte. Auch dort war ich am Arbeiten, fertigte für einen namhaften Hersteller ihre Schlauchwagen für den Garten, ich wurde auch schnell wieder Vorarbeiter.                                                                                                                        Was schon auch immer eine Herausforderung war, weil auf der einen Seite die Kollegen waren und auf der anderen Seite die Beamten, die nach den Stückzahlen gucken, aber auch danach lief die Entlohnung, je mehr geschafft wurde, um so mehr Geld gab es, das zum Einkauf von Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Tabak und Kaffee verwendet werden kann, und ein Teil des Geldes geht auf Rücklagen, so dass man zur Entlassung eigenes Geld hat.                                                                                                                                                  So war ich mal wieder zeitlich gut ausgelastet, so gut das eben in Haft möglich ist, und was ein jeder daraus macht. Die Zeit nutzte ich eben auch um zu schreiben, ich hatte mich mit meiner Freundin auch über alles Mögliche im Brief unterhalten, so auch mal über sehr persönliche Dinge, und intime Dinge, die auch tiefe Einblicke gewährten. Klar war mir bewusst, dass Beamte die Post kontrollieren, allerdings dachte ich bis zu dem Zeitpunkt, dass das nur das betrifft, was die Ordnung und Sicherheit in der Anstalt angeht, und dazu lebten wir dann doch im 21 Jahrhundert. Wir hatten uns offen über Erfahrungen ausgetauscht, was mir dann einen Eintrag brachte, der in Richtung Homosexualität ging. Und das alles im Jahr 2000, da dachte ich noch, da sind wir doch schon etwas liberaler und offener, falsch gedacht. In der Zeit kam es durch den Anstaltsarzt auch zu dem Aktenvermerk „Zwitter“ oder wie auch immer die genaue Formulierung war? In der Zeit gab es die volle Packung, die mir später auch noch so richtig vor die Füße fallen sollte.                                                                                                                                                                                                                                                                          Nur jetzt schon mal vorab, deswegen war ich später, als ich das Mosaik sortiert bekam, befand ich mich trotzdem lange auf den Holzweg, ich ging nämlich immer von der Arztakte aus, von Akten aus, und dachte somit nicht an die Übermittlung per Computer über das Intranet, aber da kam ich erst viel später drauf. Bald darauf durfte ich die nächste Odyssee antreten, ich wurde im Vollzugsystem mal wieder verlegt, was immer wieder mit Herausforderungen und Stress zu tun hat.  Neuer Haftplatz, neue Leute, neues Spiel. Das war die Antwort auf die letzten Aktenvermerke, das war nur noch reine Schikane - weil ich in den nächsten Wochen in eine Therapieeinrichtung entlassen wurde. Aber so kam ich halt auch noch in die JVA Aichach, eine gemischte Anstalt, gemischt und räumlich natürlich getrennt, von Frauen und im Vergleich ein paar wenigen Männern.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Seite 21                                                                                                    Immer noch an die Revue passieren lassen Die wichtigsten Ereignisse habe ich wohl erwähnt, sicherlich hätte ich an manchen Stellen noch tiefer in den Justizalltag eintauchen können, nur denke ich, es vermittelt einen guten Eindruck, wie mein Leben bis dahin verlief. An manchen Stellen hätte ich noch eine weitere Verlegung oder ein Anstaltsaufenthalt erwähnen können, aber das bleibt sich für mich im Kern so ziemlich alles dasselbe, und das Wichtigste denke habe ich erwähnt. Vielleicht doch noch eine Geschichte aus einer bayrischen Haftanstalt, in der ich den Direktor wegen Verweigerung auf Resozialisierung angezeigt hatte.                                                                                                                                    Bis zum letzten Tag gab es keine Vorbereitung zur Entlassung, das wurde rechtlich umgangen in dem ich, so wie andere auch, einfach ein paar Tage früher entlassen wurde. Was aber bei der Problematik nicht hilft, was mache ich nach der Haftzeit eben mit Arbeit oder Wohnungssuche.                                                                                                                                                                                                                                                                             Mir war klar, dass diese Anzeige nur symbolischen Charakter hat, die Symbolik hat das Ganze nicht verfehlt. Da ich, was ich schon als Antwort darauf betrachten konnte, in ein anderes Haus verlegt wurde, ins Haus 9, dass war dafür bekannt, dass dort die Gefangenen, die in der Hauptanstalt nicht mehr tragbar waren, hin verlegt wurden. Also wenn Gefangene durch Schlägereien, durch das Herstellen von Alkohol oder durch Tätowieren ständig unangenehm auffielen. Somit befand ich mich in bester Gesellschaft und wusste ab da, es gibt also auch noch andere Gründe, wieso man dort landen konnte. In dem Haus gab es hauptsächlich Gemeinschaftszellen mit vier bis fünf Mann in einer Zelle.                                                                                                      Mehr oder minder saß man fast 20 Stunden zusammen in dem Loch. Eine Stunde war Hofgang, dann duschen und Wäschetausch oder Essensausgabe. Das war schon ein ziemlich hälftiger Streifen, weil Spannungen, Stress oder Streitigkeiten vorprogrammiert waren. Dazu bekommt man dann auch das Gefühl, was nicht bloß ein Gefühl ist, man ist der Abschaum vom Abschaum der Gesellschaft. Dazu wird einem als Gefangener schon auch vermittelt, dass man machen kann was man will, man kann sich positiv bemühen, es ist nicht von Interesse, verstößt man gegen die Hausordnung, hat es eben Arrest zufolge.                                                                                                         Und Punkt, mehr passiert dort nicht. In der Zeit, das müsste so 2001 gewesen sein, bekam ich obendrein eine für mich sehr traurige Nachricht.                                                                                                                                                                                                                                                                     Mein bester Freund war an einer Überdosis Heroin und Kokain gestorben. Für mich war es lange unfassbar, einmal weil er auf den besten Weg es zu schaffen war - und weil solche Nachrichten, zumindest war es bei mir so, mir in der Situation unwirklich vorkamen. Es gibt da ja auch keine Zeit von Abschied nehmen oder gar eine Zeit zum Trauern.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Seite 22                                                                                                           In der ganzen Kombination hatte ich mir damals die Wörter „Black Sheep“ auf den Rücken tätowieren lassen.                                                                                                                                                                                                                                                                        Wenn mich das Leben, die Umstände dort haben wollten, dann sollte es so sein, mein Leben spielte sich eben gerade im Vollzugssystem ab.                                                                                                                                                Wir nannten das Haus auch Asozialen-Haus. Egal was ein jeder zuvor war, dort musste ein jeder zumindest ein Stück weit  asozial werden, manche waren es von Haus aus, mache konnten sich temporär darauf einlassen und mache haben den Absprung davon auch nie mehr wirklich geschafft. In der Zelle waren fast alle wegen Körperverletzung dort oder hatten es sich in der Zeit angeeignet.                                               In der Zeit hatte ich viel erlebt; einmal kam ein neuer rein, dem stand die Angst noch richtig ins Gesicht geschrieben und dazu war er aber auch noch tollpatschig und unbeholfen. Also war der Stress vorprogrammiert und es kam, wie es kommen musste. Eines Tages eskalierte eine Situation, ich nenne ihn jetzt mal der Schotte, der Schotte nahm seinen Kopf und tauchte ihn in den Blechnapf voller Suppe. Als er nicht mehr aufhörte sagte ich; „Jetzt ist es gut, er sollte es verstanden haben“. Das Ende vom Lied war, ab den Zeitpunkt gerieten wir immer wieder aneinander. Der Schotte hatte dann immer sofort einen Gegenstand wie einen Aschenbecher in der Hand um zuzuschlagen, es kam aber nie dazu, es blieb glücklicherweise immer „nur bei einen Streit“.                                                                                                                                    Eine andere unvergessene Situation in dem Haus: Albaner versuchten einen Serben zu erpressen.   Schnell waren wir uns alle einig, dass wollten wir nicht zulassen. Heute er und wer ist morgen dran? Über die Fenster kommunizierten wir; „dass wir alle am nächsten Tag bewaffnet mit selber gebauten Messer auf den Gang treten, um Geschlossenheit zu zeigen“. Meine Gedanken, jetzt bist du nicht bloß dabei, jetzt stehst du mittendrin. Und jetzt war ich froh, dass die massiven Schläger auf unsere Seite standen, und eine Alternative gab es einfach nicht. Als am nächsten Tag die Beamten die Türen aufschlossen und sie weit genug weg waren, traten wir alle vor die Türe und stellten uns auf einer Seite des Ganges auf und warteten ab. Die Albaner erkannten in dem Moment ihre Situation und schickten einen ihrer Ältesten zum Verhandeln. Glücklicherweise ging auch diese Situation ohne Gewalt aus. Später, so 2005, hatte ich mir dann auch noch Flammen an den Beinen tätowieren lassen, auch da gehe ich noch durch. Ende mit Revue passieren lassen Es ging weiter 2010 ich wartete ja auf den Bescheid zur Rückverlegung an meinen Wohnort, der dann letztendlich auch da war. Somit konnte ich die Reise mit der Justiz zurück antreten. Mittlerweile war ich von Drogen komplett sauber, das fand ich dann auch ganz gut, nur auf den kalten Entzug hätte ich nur zu gerne ganz und gar verzichtet. Auf Grund meiner Erfahrungen mit den kalten Entzug - und den unterschiedlichen Handhabungen schon teilweise von Anstalt zu Anstalt und von Bundesland zu Bundesland sowie so, hatte ich mich in dem Bereich noch einmal angeschirrt wegen Verweigerung der Substitution hatte ich erneut eine Beschwerde eingereicht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Seite 23                                                                                                        Das war aber allerdings auch nur ein symbolischer Akt, weil mir bewusst war, dass diese Entscheidung eine Sache der Anstalt war.                                                                                                                                                Und somit hatte auch die Ablehnung diesen Wortlaut. Am besten fand ich das Modell in Würzburg, wo Substituierte innerhalb von 30 Tagen abdosiert werden, was auch der aktuellen medizinischen Anschauung nahe kommt.                                                                                                                                                                                                                                                                   Das weiß ich, weil ich ebenfalls die Bundesärztekammer auf die Problematik hingewiesen hatte, und diese meiner Meinung waren.                                                                                                                                         Die Ärztekammer hatte mir auch ein Schreiben zukommen lassen, dass sie gegen den kalten Entzug ist.      Allerdings verpuffen solche Schreiben in dem System, sie hatten es eben zur Kenntnis genommen. Aber gut, somit ging es ja für mich zurück nach Nordrhein-Westfalen. Dort angekommen, kam ich dann in den geschlossenen Vollzug in der JVA Rheinbach, ich kam ja aus Bayern mit wahrscheinlich neuen Warnhinweisen, was meine Person betraf.                                                            Zu dem Zeitpunkt hatte zu mir auch mal eine Person, die in dem System tätig war gesagt, ihr wenn aus Bayern kommt, habt immer eine ganze Liste an Sicherheitsmerkmalen, die ich erst einmal alle prüfen muss, bevor man euch verlegen kann, also sprich Richtung Lockerungen geht.                                                                                               Diese Merkmale werden per Computer übermittelt, also waren die quasi schon vor mir oder mit mir in der nun für mich zuständigen Anstalten. Meine Anwältin hatte sich noch immer sehr engagiert, und so kam es, das ich nach einer Weile von dort mit Reststrafe entlassen wurde mit der Auflage, ein ambulante Therapie zu machen. Wieder in Freiheit und zurück in Bonn Nach der Ochsentour war ich wieder zurück mit den besten Absichten, wieder ins Leben einzusteigen.                              Meine damalige Lebensgefährtin hatte mich direkt von der JVA Rheinbach abgeholt und wir fuhren erst einmal nach Hause, wo ich die Ruhe und den Frieden genoss.                                                                                                                                                                                                                    In der nächsten Zeit hatte ich natürlich all mögliche Behördengänge vor mir, die ich auch so rasch wie möglich erledigt habe. Immer wenn es möglich war, von der Zeit und vom Wetter, war ich gerne am Rhein. Dort gibt es schöne Plätze, wo man die Natur und die Aussicht auf den Rhein genießen kann. Dazu dient das Rheinufer auch als Treffpunkt, um mit anderen seine freie Zeit zu verbringen. Hier lernte ich oftmals die unterschiedlichsten Menschen kennen, und daraus entstanden auch immer mal wieder sehr gute Gespräche oder wir hatten nur Spaß.                                                                                                                                    Dort lernte ich auch Abi kennen, ein schwarzer Muslim. Die Unterhaltungen mit ihm habe ich immer sehr geschätzt, er hatte ein sehr gutes Allgemeinwissen, und sicherlich war eben auch sein Lebenserfahrung besonders, und somit hatte er eben auch persönliche Erfahrungen und nicht nur theoretisches Wissen, was man oft mal in Diskussionen hört, wenn es um Menschen mit Migrationshintergrund geht.                                                                                                                                                                                                                                                                   Seite 24                                                                                                        Ich hatte meine Erfahrungen durch das Drogenmilieu, Knast, aber auch weil ich die ganzen Ecken, Viertel kannte, was wir heute wohl sozialen Brennpunkt nennen. Nur gab es diese Brennpunkte schon viel länger, weit vor 2015.                                                                                                                                                                                                                                                                          Abi (der Name ist erfunden) erzählte mir seine Geschichte, dass er vor mehr als 15 Jahren nach Deutschland kam und auch er es mit Sorge sah, wenn er an die Zuwanderung dachte. Bei dem Thema waren wir eben gleicher Meinung, dass sich eben viele, die hier auch schon länger leben, überhaupt nicht integrieren wollen.                                                                                                                                          Er erzählte mir, dass er an Gott glaube, aber er bete halt bevorzugt zuhause – aber - genau deswegen hatte er mit seinen muslimischen Glaubensbrüder auch immer wieder Stress. Weil sie das so nicht akzeptieren wollten. Dann sagte ich, dass ist ja so wie bei uns früher vor 50 Jahren, wenn Menschen auf den Dorf nicht zur Kirche gingen, wobei das für mich befremdlich war, aber es gab für ihn deswegen Stress, Ärger und Schikanen. Wir waren da auch einer Meinung, dass das ein Rückfall in alte Zeiten ist, und dann mir Religionsfreiheit auch nicht mehr viel zu tun hat.                                                                                        Interessanterweise geht diese Art von Schikanen wohl als ein Teil der Kultur durch? Diese Menschen lassen unser Liberalen nämlich voll und ganz im Regen stehen.                                                                                  Bei mir selber fällt das immer wieder auf, dass wenn ich durch unsere Großstädte gehe, es Kulturstätten    gibt, was fast immer Kneipen oder Cafés sind, wo Frauen draußen bleiben müssen.                                                Und zugleich setzten sich oftmals dieselben Menschen, die das akzeptieren und sogar vorantreiben, sich für Frauenrechte ein, geht’s noch!                                                                                                                                            Jeder ist ja so Liberal, dass er/sie selbst Diskriminierung akzeptiert, das Paket ist nett verpackt und nennt sich dann Kultur.                                                                                                                                          Ähnliche Zustände gab es in unserer Kultur ja auch einmal, - aber - da waren alle froh, dass diese Zeiten hinter uns liegen. Über die Jahre, durch meine Lebenserfahrung, habe ich den Sinn von Kulturen noch einmal anders zu schätzen gelernt. Ich selber finde die Werte, Abläufe, Zyklen gut, ich sehe viel Positives darin.                                                                                                                                            Aber nicht wenn es um Diskriminierung geht, dazu gab es glücklicherweise eine Entwicklungsgeschichte. Die Kultur mit der Moderne zu kombinieren, ist für mache die größere Herausforderung, die auch zum 21. Jahrhundert passt! Alles was in diesen Bereichen sowie im Glauben mit Druck oder eben mit Ausschluss von Menschen passiert, passt doch nicht mehr in unsere westliche Gesellschaft. Abi hatte auch Tilo Sarrazin gelesen, der mir durch seine Genetik-Theorie zu heftig ist bzw. kann ich persönlich nichts damit anfangen, aber bei dem Schlagwort „Deutschland schafft sich ab“ wär ich noch dabei, was den Punkt betraf, war Abi absolut der Meinung des Autors - und diese Unterhaltungen hatten wir schon so um 2009/2010 geführt.                                                                                                                                        Jeder der in den Großstädten, in sozialen Brennpunkten lebt oder gelebt hat, kann den Gedanken wohl nicht einfach als Blödsinn abtun.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Seite 25                                                                                                          Zu dem Thema kommt selbsterklärend u.a. die Clankriminalität, mittlerweile ist das Thema als Problematik auch verstanden worden. Lange herrschte hier die Vogelstrauß-Politik.                                                                                                                                       Und zugleich gehören Ausländer zu meine Bekannten oder Freunden, also muss ich immer den einzelnen Menschen betrachten.                                                                                                                                                                                                                                                                Am Verhalten kann ich einen jeden Menschen messen!                                                                                                                            Wobei für mich außer Frage steht, sobald ganze Viertel oder Straßen in deren Händen sind, dann läuft oftmals etwas schief.                                                                                                                                                                                                                                                                      Wer so etwas nicht kennt, dem empfehle ich, mal solche Brennpunkte zu besuchen - und eventuell ergeht es Ihnen ja auch, wie mir es teilweise so erging, da herrscht keine Willkommenskultur, da wollen sie unter sich sein. Vielleicht ändert es sich ja unter anderem dadurch, dass ich es und andere eben aussprechen?                                                                                                                                                                                                                                                                          Ich glaube nicht, dass wir durchs Wegsehen ein Zusammenleben verbessern.                                                                                                           Schön wäre es, wenn ein besseres Zusammenleben daraus entstehen würde, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Sehr motiviert Zu der Zeit war ich sehr motiviert und auch drogenfrei. Und bei schönen Wetter saß ich nicht nur am Rhein sondern kümmerte mich um Arbeit, was mit meinen Vorstrafen alles andere als leicht war.                               So kam auch mal ein Probearbeiten durch den Jobcenter bei einer Umzugsfirma zustande, dort waren andere und ich in derselben Situation. Andere sowie ich wurden mehrmals eingesetzt, öfter als ursprünglich vereinbart. Bis mir, uns klar wurde: die Firma setzte uns nur ein, wenn sie Not am Mann hatte, und wir somit nur als Notnagel dienten und als billige Lückenbüßer zur Verfügung standen. Solche oder ähnliche Erfahrungen gab es mehrmals, dass Hartz-IV-Empfänger als Art moderne Sklaven gesehen wurden.                                                                                                                                                                                                                                                                              Ähnlich waren auch meine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen, da will es sicherlich auch gute geben, wo es als Sprungbrett dient. Aber auch ich lernte es, sowie viele Andere wohl auch als sehr, sehr langes Brett … kennen. Nach mehreren Versuchen, Bewerbungen, kam ich auf den Gedanken, wenn ich da raus will und noch was erreichen wollte, musste ich das selber angehen.                                                                                                                             So kam ich auf die Idee, weil ich ja viel und gerne am Rhein war, da geht ein mobiler Imbisswagen ab, das könnte ein gutes Geschäft sein. Bis zu dem Zeitpunkt gab es so was am Rhein in Bonn nicht, nur gute Lokale.                                                                                                                                                                                                                                                                                  Zu dem Zeitpunkt hätte mich meine Familie finanziell dabei auch unterstützt. Ich plante, zog Erkundigungen ein, ging zum Jobcenter mit meiner Idee.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Seite 26                                                                                                      Nach anfänglicher Skepsis schlugen sie einen Eignungstest vor, dem ich natürlich zustimmte, um zu wissen ob das funktionieren könnte. Der Test verlief auch ganz gut, jetzt stand eigentlich nur noch eine Genehmigung im Weg, und da zeigte die Stadt Bonn kein Interesse, sie lehnten ab mit der Begründung, am Rhein hätten sie daran kein Interesse, in der Stadt ja, aber da seien die Plätze alle vergeben. Schöne Idee, aber da war das aus, natürlich hätte ich auch noch klären müssen, ob ich das als Betäubungsmittel-Vorbestrafter überhaupt machen darf, in diesem Bereich gibt es diverse Gesetze, Auflagen, was Menschen mit einem Werdegang, wie ich ihn eben habe, nämlich nicht mehr machen dürfen.                                                                                          Und was schätzen sie als Leser, was gab es Jahre später dort am Rhein? Genau die Idee, mit einem Piaggio-Dreirad-Roller gab es nun einen Imbisswagen, den ein lokales Kaffee nebenbei betrieb, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Gut gemacht! Also kam ich auch wieder zu den Überlegungen, was darf und kann ich denn überhaupt noch machen?    Im Verkauf, im Einzelhandel mit meinen Vorstrafen wohl kaum oder nur ganz schwer noch möglich. Eine Umschulung wollte mir das Amt nicht bezahlen, noch nicht einmal eine Computerkurs oder ähnliches, laut deren Aussage hatte ich ja eine Ausbildung und andere gar keine, also gingen diese vor, nur brachte mir persönlich das natürlich nichts. Dazu klang dann auch immer wieder durch, ja wer weiß denn schon, wann Sie wieder rückfällig werden und wieder im Knast sitzen? Gute Frage, meine Antwort, ich hoffe nie wieder und tue alles, um es zu vermeiden.                                                                                                                                  Des Weiteren sagte ich, deswegen sitze ich auch hier bei Ihnen, oder? Also war doch nicht die Frage, was ich machen will, sondern was kann und darf ich überhaupt noch machen? Als Hilfsarbeiter, zeitweise hatte ich damit überhaupt kein Problem, nur wo und wie verbessere ich mich? Die Wahrscheinlichkeit, dass das dann noch passierte, lag fast bei Null. Und so ging auch meine Motivation auf Null. So zogen die Wochen und Monate ins Land. Dann sah ich 2011 ein Angebot im Internet, ein Freizeitpark suchte Mitarbeiter, vielleicht ist das ja auch eine Chance?                                                                                                                    Beim Vorstellungsgespräch verlief es ganz gut und ich bekam einen Vertrag und arbeitete hauptsächlich hinter der Bühne in einer Show.                                                                                                                                            Das hatte ich in der Sommer- und Wintersaison gemacht, da gab es noch keinen Mindestlohn, also war ich, wie viele andre drunter oder an der Marke von der Bezahlung. Es wurde dazu auch klar, es gibt in dem Bereich keine Chance auf einen Festvertrag. Ergo war das eine interessante Zeit, wir hatten auch viel Spaß, aber auch reichlich Ärger und Stress. Und Monat für Monat verging mit der Erkenntnis, Scheiße noch so viel Monat und so wenig Geld.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Seite 27                                                                                                      Und es wurde einem auch schnell verdeutlicht, dass es keine Chancen auf einen Festvertrag oder eine Lohnerhöhung gibt.                                                                                                                                                Somit war klar, so wird es auf Dauer auch nichts, in der Zeit fing ich dann nach und nach an wieder in das alte Fahrwasser zu kommen.                                                                                                                                     In der nächsten Saison machte ich dann dort auch nicht mehr weiter, dazu war ich dann auch wieder zu sehr in der Drogenproblematik involviert. Und der Kreislauf nahm wieder seinen Lauf Heute könnte ich nicht mehr sagen, wie oft ich in der Zeit nach Holland gefahren bin, um die "schöne Tulpenlandschaft zu genießen", okay, soweit bin ich oder sind wir nicht gekommen.                                                                                    Mein Faible für den Konsum von Heroin und Kokain als Mix hatte sich wieder voll und ganz entfacht.                                                                    Nur kurz am Rande, in einer meiner drogenfreien Zeit hatte ich mir auch mal Holland von der schönen Seite angesehen. Also eine Amsterdam-Tour mit Grachtenfahrt nüchtern und klar im Kopf war es sehr schön. Später besuchte ich auch andere Städte wie Hamburg, Frankfurt am Main und Aachen um diese Städte auch aus einen anderen Blickwinkel kennenzulernen. Über die Jahre meiner Sucht lernte ich diese Städte von ihren Schatten Seiten kennen und bei meiner Tour durch Deutschland hatte ich mir alle Seiten angesehen. Mein letztes Delikt war ein Ladendiebstahl im Drogenrausch, aber der reichte natürlich, um mein Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Also folgte mal wieder eine Verhandlung, Verurteilung und weil ich nicht mehr viel auf die Reihe brachte bzw. ich alles schleifen ließ, stand eines Tages die Polizei mit einem Haftbefehl vor der Türe. Wahrscheinlich hätte ich mich durch eine erneuten Therapie vorm Knast bewahren können, aber wie gesagt, zu dem Zeitpunkt ließ ich alles schleifen, und somit saß ich erneut in einer Haftanstalt in Nordrhein-Westfalen in Siegburg. Da lief 2012 auf 2013 irgendwie alles anders Ich kam in eine Isolation, Überwachungszelle, wo Beamten alle paar Stunden nach einem sehen, ob man noch lebt. Dort hatte ich mich entschlossen, meinen Entzug selber zu machen, obwohl es dort die Möglichkeit der Substitution gegeben hätte, mir gelang es ein paar Tabletten Subutex (Substitutionsmittel) mit einzuschmuggeln.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 28                                                                                                       Und damit dosierte ich mich in den nächsten Tagen selber ab. Draußen hatte ich solche Vorhaben nur selten geschafft oder konnte den drogenfreien zustand nicht lange halten. Auch mit der Einnahme von diesem Medikament war natürlich der Entzug spürbar: Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, um nur ein paar Begleiterscheinungen zu erwähnen.                                                                                                                                                                                                                                                                                        Auch hier kannte ich Leute von draußen aus dem Drogenmilieu, nur war hier das Zusammentreffen nur bedingt erfreulich, mit einen hatte ich schon draußen Stress.                                                                           Allerdings bekam ich nicht nur Ärger durch den einen Mitgefangenen, ich war auch Schikanen von Beamten ausgesetzt: "siehe Sicherheitsmerkmale". Der eine Mitgefangene versuchte, wenn es ihm möglich, war mit Beleidigungen zu provozieren und es somit auf eine Schlägerei anzulegen. Von Beamten fielen immer wieder dumme Sprüche, die ebenfalls beleidigend waren.                                                                                                                                         Mir war klar, der Sache konnte ich auf Dauer nicht aus dem Weg gehen, so funktioniert das im Knast eben nicht.                                                                                                                                                                                                                                                                                Ich ging anfangs dem Mitgefangen möglichst aus den Weg, ich fühlte mich durch den Entzug auch noch zu schwach und ging auch nicht auf Schikanen egal aus welcher Richtung ein. Rückwirkend gesehen, würde ich es mit einem Spießrutenlauf vergleichen, so bezeichnete man bis zum 19. Jahrhundert eine militärische Leibstrafe, nur war meine mehr ein psychischer Lauf.                                                                          Die Konflikte weiteten sich aus - und was konnte ich tun? Es kam auch auf ein Aufeinandertreffen im Hof mit dem einen Mitgefangenen, bis auf gegenseitige Beleidigungen und ein leichtes Handgemenge kam zum Glück nicht mehr bei raus, und dann wurden wir    beide von Beamten vom Hof abgeführt.                                                                                                                                                                                                                                                         Sicherlich wurden wir befragt, was los sei. Von meiner Seite kam die im Knast typische Antwort „Nichts“, seine Sachen regelt man dort schon selber.  Und jeder, der etwas anderes, macht ist im Regelfall eine Persona non grata. Wenn ich heute immer wieder junge Menschen sehe, die sich in Richtung einer solchen Karriere bewegen, sollten sie mit bedenken, dass das alles dazu gehören kann. Ein andere Mitgefangener, mit dem ich mich im Hof immer wieder unterhielt, sagt zu mir,  „Lui, überlege mal, ob nicht eventuell dein Vollzugsakt am Schwarzen Brett hängt, und Punkt!“. Ich musste und ich wollte später mit bedenken, hätte man mich mit solchen Informationen geistig gefüttert, und durch aktuelle Gegebenheiten hatte sich der Blickwinkel auf mich nicht gerade verbessert, im Gegenteil.                                                                                                                                                                                                                                                                     Hätte ich besser oder anders gehandelt? Ich wusste es nicht, ist die ehrliche Antwort!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Seite 29                                                                                                         Es hatte auch noch was Gutes. Jahre lang in dem System hatte ich die ganzen Eintragungen, Sicherheitsmerkmale, nur erahnt, wie sexuelle Orientierung, renitent und querulantisch, und jetzt hatte es sich bestätigt. Jetzt schob sich bei mir alles wie ein Mosaik zusammen.                                                                                                                      Nur diese Art der Registrierung, was die sexuelle Orientierung betraf war illegal, das hatte ich damals Mal in einer juristischen Zeitschrift gelesen. Bei der Eintragung Zwitter war ich nur lange auf dem Holzweg, ich dachte immer an die Arztakte.                                                                                                                                                                                                                                                                               Nein, das stand schon bei den anderen Eintragungen im Computer bei den ganzen Sicherheitsmerkmalen dabei.  Ich sagte ja, das Mosaik schob sich nach und nach zusammen, und ergab ein Bild. Unglaublich, als hätte das alles nicht schon gereicht  2013 Dann passierten Dinge, die hatten mit alledem eigentlich nichts zu tun, zumindest sah ich es am Anfang so. Es hing alles zusammen, wie an einen Schnur, aber da hatte ich den Anfang von der Schnur noch nicht gesehen. Bis auf die Stunde im Hof und duschen, Kleiderausgabe und Essensausgabe war meine Türe zu und ich verbrachte ca. 20 Stunden in der Einzelzelle. Und das war auch der beste Ort, auch die Haftanstalt selber war zu dem Zeitpunkt der beste Ort, so erkannte ich es später, und sehe es auch heute noch so. Auch die Anstalt alles richtig, es lief wie es laufen musste.                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Ein Thema das ich durch die Therapien erkannte, war das Gefühl von Trauer und Schmerz, ein Gedanke kam immer wieder auf, lass ihn gehen, in Gesprächen mit Therapeuten war auch die Fragestellung was passiert, wenn du die Trauer gehen lässt?  Das Gefühl von Schmerz kannte ich durch den Kindstod meines kleinen Bruders, eigentlich müsste ich es eher als das Gefühl der Trauer von meiner Mutter beschreiben, dass ich in der Zeit mit aufnahm. So unangenehm das Gefühl die ganzen Jahre über war, aber es war eben schon ein Teil von mir, und deswegen hatte ich wahrscheinlich Angst, ja, was würde passieren, wenn ich das Gefühl nicht mehr hätte.  Das zog sich über Tage, das Abwägen, was verliere ich, was gewinne ich.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Seite 30                                                                                                       Eines Nachts baute ich es mir in Gedanken zusammen, vielleicht auch wie eine Formel, und ich ließ den Schmerz gehen, ich ließ  es zu, dass er ging. Das tat unwahrscheinlich weh, wie als gingen die Schmerzen plus das, was sich über die Jahre angestaut hatte.                                                                                                                                 Aber was kam dann, wo das ja war, müsste doch was anderes entstehen?                                                                                                                  Es kam ein Loch oder anders formuliert nichts, es ergab ein Gefühl von völliger Leere. In den folgenden Tagen ging ich auch kaum mehr aus der Zelle raus, ich fühlte mich vollkommen verletzlich und ich war von dem Gefühl der innerlichen Leere so beeindruckt, das ich jetzt nichts Falsches machen wollte.                                                                                                                                                                                                                                                                                          Ich machte mir Gedanken, mit was ich den Platz fülle, vielleicht zu vergleichen, wie oder mit welchen Büchern fülle ich diese Bibliothek. Den Zustand hatte ich auch als Atrium beschrieben, Platz und der Blick nach oben frei!                                                                                                                                                Ich verstand schnell, ich brauche Ruhe, die hatte ich in meinem Haftraum, ich lag lange nur da, schaute die Decke an, nichts, einfach Ruhe, und ich verstand, die Gedanken, mit was ich meine Bibliothek fülle, waren unnötig, es füllte sich ganz langsam, nach und nach von selber.                                                                                                                                                                                                                                                        Die Beamten bemerkten auch, dass jetzt etwas passiert.                                                                                                                             In der Haftzeit hatte ich wie fast immer einen regen Briefwechsel besonders mit zwei sehr guten Freundinnen, die ich schon aus meiner Jugend kannte, sowie zu meinem Bruder und meiner Familie, mit denen ich mich mit den unterschiedlichsten Dingen beschäftigte.                                                                                                              Und mit denen schrieb ich auch darüber, später fiel mir ein, du hattest in bayrischer Haftzeit durch dein Bemühen um Verbesserung der Haftbedingungen eine besondere Postüberwachung, was heißt der Beamte scannt zumindest die ausgehende Post ein, und die lässt sich dann natürlich am PC in den unterschiedlichen Abteilungen wie zu Beispiel in der Arbeit, von Beamten lesen.                                                                                                                                                                                                                                                                                               Vorab Später habe ich die Notizen, Aufzeichnungen, Formeln dazu und mache Briefe, die ich aus der Zeit noch hatte, fast alle verbrannt, bis auf eine Zeichnung und die persönlichen Briefe. Das zu behalten erschien mir zu gefährlich, meine Befürchtungen, was sie damit so machen könnten, spielen und es negativ nutzen.                                                                                                                                          Wie gesagt, durch die Briefe, die nach draußen gingen, ließ ich mir quasi schon auch in die Karten schauen. Der Gedankengang war ja, was lasse ich gehen, was passiert dann? Was passierte, Dinge, Sachverhalte, schoben sich wie Teile zusammen, manches konnte ich so gar nicht wissen. Sicherlich konnte ich mir jetzt vieles durch Anspielungen zusammenbauen, wie ein Mosaik konnte ich viele Dinge zusammen schieben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Seite 31                                                                                                   Zwischenzeitlich kam ich mit den Beamten und vielen Anderen gut aus, Wir drehten die Nummer!                                                                              Ein Beamter hatte mal zu mir gesagt, jetzt hat er resettet, in den Ausgangszustand zurückversetzt, die Formulierung traf es auch irgendwie. Dann wachte ich nachts immer wieder auf, ich hatte einen Radiowecker mit Digitalanzeige leihweise von der Anstalt, ich wachte auf sah 1 Uhr, ich sah 2 Uhr, genau auf die Sekunde gingen meine Augen auf und das immer und immer wieder. Welche Türe geht da jetzt auf? ich verstand es nicht!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Aber das ließ ich einfach zu, ich wollte wissen, was jetzt weiter passiert. Ich verstand mit der Zeit, es geht um die Bedeutung der Zahlen! Mir fiel ein Gespräch ein über Numerologie und eben, dass jede Zahl eine Bedeutung hat, aber mehr wusste ich davon dann auch nicht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Ich zeichnete die Zahlen auf, so wie ich sie sah, und dann kam auch das Alphabet mit hinzu. Ich setzte sie zusammen in einer Reihenfolge und die 8 passte in die 9, wieso? Dazu hatte ich zudem Zeitpunkt noch keine Ahnung. Heute könnte ich auch ich nicht mehr sagen, wie lange ich mich damit beschäftigt hatte, wie lange ich mich darein gefuchst hatte? Lange!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Die Neun steht für das göttliche Bewusstsein, ich könnte auch sagen, für die höchste Verbindung, und die Acht steht u.a. für die Unendlichkeit. Jetzt wusste ich solche Sachen, es gab später auch Menschen, die hatten sich vor mir verbeugt, dass wollte ich allerdings nicht, weil bis zu dem Punkt hatte ich selber nicht so viel dazu getan. Sicherlich hatte ich mir selber auch zu dem Zeitpunkt und auch später die Frage gestellt, jetzt hatte ich das alles verstanden. Das war ein Geschenk, in dem Fluch und Segen zugleich liegt. Also lag alles ganz nah zusammen und ist teilweise schon wieder eins, eben schwarz und weiß, gut und böse, das war nun mein Blickwinkel, aber wieso war da dann Schluss? Wobei ich selber zu dem Zeitpunkt auch zu der Erkenntnis kam, dass alles reicht auch für ein Leben!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Seite 32

Seite 33                                                                                                                                                                                                                                   Zu der Zeit fing ich auch an, meine Zelle zu bemalen, in erster Linie war das für mich, ich musste, ich wollte es verstehen. Sicherlich war mir klar, das könnte jetzt wieder mal grenzwertig werden. Aber ab den Punkt war mir das nicht wichtig, was andere sehen oder denken oder was dann aktuell passierte, ich hatte andere Gedanken, was passiert nun? In der ersten Aktion malte ich Sterne, wenn ich im Bett lag links von mir an die Wand, mit unten einen Bein, der die immer wieder mit ins Spiel brachte, später schrieb ich auf das Bein noch Namen, für mich ist es ein Kreislauf. Eines Nachts fing ich mit der Decke an, dazu schob ich den Schrank in die Mitte des Raumes und legte mich mit dem Rücken auf den Schrank und fing an, in der Mitte das Auge und darum Strahlen und Wolken. Gemalt hatte ich mit den Resten von Wasserfarben, Bleistift, Anstaltszahnpasta für Weiß, diese Farbe brauchte ich für das Auge. Ab da hatte es auch nicht mehr lange gedauert, dann kam die Psychologin zu Besuch - und wollte wissen, ob es mir gut geht? Ich sagte ja, natürlich eben den Umständen entsprechend gut, sie wollte wissen, was es mit den Zeichnungen, mit den Bildern an der Wand auf sich hat.                                                                                                                                         Ich wollte mit ihr darüber nicht reden, mir war so manches zu dem Zeitpunkt doch selber noch nicht ganz klar, eigentlich ist es mir heute noch nicht alles klar, wo die Reise noch überall hingehen wird.                                                                                                                                                                                                                                                                                         Also antwortete ich, das ist meine kreative und zu gleich kurative Ader, das ist gerade mein Zeitvertreib. Zu dem Zeitpunkt wurde mir auch noch verdeutlicht, dass ich die Renovierung des Haftraums am Ende meiner Haftzeit aber bezahlen muss. Antwort: Das ist kein Problem. Ich dachte mir dazu, das ist jetzt gerade mein kleinstes Problem. Passt schon, wie wir in Bayern sagen!                                                                                                                                         Die Renovierung musste ich dann übrigens nicht bezahlen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Seite 34                                                                                                          In dem Zusammenhang wurde mir bewusst, dass alles auf der Welt da ist, wo es sein soll, es ist alles so passiert, wie es passieren hat sollen. Im Positiven wie im Negativen ! Ich wusste nicht, welche Kraft da dahinter steckte, klar, für mich es gibt was, was wir nicht sehen können, also mit unseren Sinnen nicht ergreifen können. Ich nenne diese Kraft Gott. Durch die Erfahrungen mit Psychologie und mein Interesse immer mal wieder an der Philosophie hatte ich mich mit dem Zufall schon einmal auseinander gesetzt.                                                                                                                            Und damals kam ich schon zu der Erkenntnis, Zufall ist eine Redewendung, aber als solches gibt es keinen Zufall.                                                                                                                                                                                                                                                                                    Kurz erklärt, bei den menschlichen Handlungen geht immer eine bewusste Entscheidung oder ein unbewusster Gedankengang voraus - und somit gibt es für mich keinen wirklichen Zufall. Seither glaube ich an Schicksal, wobei das mit dem Schicksal ist so eine Sache, man kann es erst am Ende eines Ablaufes, Zykluses oder am Ende des Lebens sagen, ja, das war das Schicksal.                                                                                                                                                                                                                                                                                         Also diese Ansicht nimmt keine Entscheidungen oder Bemühungen ab. Zudem, wie ich es dann sah, gab und gibt es in nichts, was nicht da war, wo es sein sollte.                                                                                         In der Zeit ließ ich viele Dinge einfach laufen oder eben geschehen.                                                                                                                  Ich wollte wissen wie viel Scheiben Brot, wie viel ich hiervon oder davon bekam, ohne dass ich es beeinflussen wollte. Und es ergab Sinn, wie ein Uhrwerk! Wenn alles und wirklich alles und jeder da steht, wo Gott in haben will.                                                                                                 Der Blickwinkel war auch für mich neu, anfangs dachte ich, diese Ansicht gibt viel innerlichen Frieden, bei vielen Dingen gibt es ein Gefühl von Frieden und Gelassenheit - und dann, bei anderen Dingen und Abläufen, klappt das überhaupt nicht. Ich besorgte mir über die Bücherei eine Bibel, und da stand es ja schon "Jeder Mensch ist im Sinne Gottes" oder "Jedes Staubkorn ist gezählt". Den Versuch, alles laufen zu lassen, musste ich dann aber abbrechen, weil es immer wieder Menschen gab, die sich damit und somit mit mir spielen wollten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Seite 35                                                                                                             Auch später, also draußen, wurde mir das immer mal wieder zum Verhängnis.                                                                                                          Dass mir Menschen Zahlen unterschoben, um zu sehen wie ich reagiere, streckenweise war ich echt sauer und zugleich enttäuscht. Sicherlich gab und gibt es damit auch bis heute schöne Momente, da wo eben ein respektvoller Umgang gegeben ist. Aus meiner Sicht gab ich ihnen Wissen, auch wenn die Erkenntnis erst einmal bitter ist.                                                                                                                              Und was versuchten manche Menschen, mit mir zu spielen. Und somit hatte ich meine Offenbarung, eine Erkenntnis. Über die Arbeit hatte ich auch Kontakt zu einem Mitgefangenen, dem die Schikanen gegen mich auch nicht verborgen blieben. Er war einmal die Woche in einer evangelischen Gruppe in der Anstalt, wo Leuten von draußen kamen, um sich einfach mit Gefangenen zu unterhalten. Der Mitgefangene erzählte es dem Pastor Preis und daraufhin kam der mich in meiner Zelle besuchen, von ihm ließ ich mich dazu überreden, an der Gruppe teilzunehmen, was für mich mehr als positiv war. Ich kam raus aus der Zelle, der evangelische Pastor war ein sehr angenehmer Mensch, und was mir gefiel, er erzählte nicht viel vom Glauben, er lebte ihn. In der JVA damals in Augsburg habe ich den vom Typ her ähnlichen Pater Rafael kennengelernt, er war nur viel älter, der hatte nie über seinen Glauben geredet, er lebte ihn. Jeder Mensch hat sein Fähigkeiten, sein Stärken und Schwächen, und ein jeder entwickelt sich hoffentlich weiter, aber ihre Stärke lag eindeutig darin, ihren Glauben zu Leben. Pater Rafael wollte ich später übrigens in Augsburg auch mal besuchen, um mich auch bei ihm für seine Bemühungen zu danken, aber da hatte ich erfahren, dass er leider im hohen Alter bereits verstorben war. Also ging ich in Augsburg in den Dom und zündete eine Kerze für ihn an. Die Beamten und auch andere Menschen bemerkten ja auch, dass sich da was tat, was rational nicht erklärbar ist. Einen weiteren Teil bekamen sie, wie bereits erwähnt über den Schriftwechsel mit. Auch über die Briefe, aber auch weitestgehend unausgesprochen zogen wir letztendlich am selben Strang und räumten zusammen die Baustellen, die zuvor entstanden sind, auf.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Seite 36                                                                                                             Und durch diese Umkehr, durch die Zusammenarbeit, entstand Versöhnung und innerlicher Friede. Zwischenzeitlich ging ich zum Arbeiten, in den Hofgang und zum Kraftsport.                                                                                                                                                                                       Der Entzug war überstanden, ich fühlte mich körperliche gut drauf, und meine Atrium hatte sich nach und nach gefüllt und füllte sich noch immer an Wissen. Durch die stabile Lage befand ich mich auch wieder in der Lage, mich verbal gegen so mache Anfeindung, die durch Mitgefangene noch temporär gegen mich liefen, auch mit Erfolg zu wehren.                                                                                                                                                                                                                                                                                         So verging Woche für Woche, Monat für Monat, soweit war ich im Knastalltag angekommen, ich ging eben arbeiten und so weiter. Am Abend beschäftigte ich mit den Zahlen und ihrer Bedeutungen, oder malte an meinen Wänden weiter, es kam noch eine große Kerze, ein Kreuz und andere Zeichen, Wandmalereien hinzu.                                                                                                                                            Neben zu gestaltete ich Briefumschläge und Briefpapier in einem Art Batik-Druckverfahren. Dazu bemühte ich mich mal wieder um einen Therapieplatz, weil ich zwischenzeitlich auch wieder mit dem Gedanke spielte, zurück nach Bayern zu gehen. Ich dachte, ich habe verstanden Ich dachte nach den Erlebnissen habe ich soweit alles verstanden, soweit ich es natürlich verstehen kann, bis dahin überwiegt der Wow-Effekt und dann kamen bittere Lernprozesse, die bis heute noch da sind.                                                                                                          Dann kam der Anschlag auf den Boston-Marathon am 15.04.2013, ich verfolgte die Ereignisse übers Fernsehen. Ich sah die Zahlen, ich war getroffen, ich war geschockt und weinte, als ich die Bilder sah. Und ich verspürte Wut, Hass und Zorn, eben die ganze Bandbreite an Gefühlen. Irgendwie spiegelte sich das im Umfeld wieder, natürlich befand sich in dem multikulturellen Sammelbecken, in dem ich mich befand, alles an Kulturen und Strömungen, politische Einstellungen wieder, aber alles spielte sich so nah ab, ich verspürte den Wunsch auf Rache. Mir hatte keiner was getan. Ich spürte aber, wie schnell auch ich ein Feindbild bekam.                                                                                                                Ergo passierte bei mir nichts anderes als bei vielen Anderen auch in solchen oder ähnlichen Situationen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 37                                                                                                     Selber war ich ja gar nicht betroffen, und trotzdem wollte ich meiner Wut Platz machen. Der Moment, der Blick in den Spiegel, ins Innere war eine bittere Erkenntnis. An dem Punkt zu der Zeit ging ich nicht übers Wasser. Und der Schmerz bleibt, die Erkenntnis war da, das Einzige, was ich anders machen konnte, war eben der Umgang mit den Gefühlen. Mit der Erkenntnis, die ich hatte Durch diese Erkenntnis oder besser gesagt Erkenntnisse, die ich eben nun hatte, müsste es doch möglich sein, daran viele Menschen teil haben zu lassen - um im besten Fall zu erreichen, dass dies viele als Chance begreifen, respektvoller miteinander umzugehen, und auch respektvoller mit den Ressourcen, die wir auf diesen Planeten haben, damit umzugehen. Mit dem Gedanken, wir sind doch alle nur Gast auf dieser Erde Wie unnütz und hinderlich es ist, sich wegen einer Landes oder Religionszugehörigkeit zu streiten oder zu denken, der eine sei etwas Besseres als der Andere. Wenn doch jeder dort steht, wo er stehen soll, wieso denken dann Menschen, dass sie von Geburt an besser sind als Andere. Diese Anschauung passt auch nicht mehr in unsere zumindest westliche aufgeklärte Welt. Viel interessanter ist doch der Gedanke, einen jeden nach seinem Verhalten zu messen.                                                                                                              Das ist meine Grundeinstellung! Sicherlich ist mir auch bewusst, diese Einstellung funktioniert nur oder am besten, wenn es das Gegenüber ebenso sieht. Selber habe ich reichliche Erfahrungen gesammelt, wo der Respekt nicht gegeben war, solchen Menschen bin ich auch nicht bereit, Respekt entgegen zu bringen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 38                                                                                                       Aus der Zeit kam auch die tiefe Erkenntnis, wenn wir Menschen uns ruinieren, machen wir das zum größten Teil durch unsere Gier schon selber.                                                                                                                                     Wir nutzen den Planeten Erde aus, wir nutzen andere Völker aus, wir nutzen uns gegenseitig aus, wir begehen in vielerlei Hinsicht reinen Raubbau.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Und aus dieser Spirale ist es auch noch schwer auszusteigen oder eben auf nachhaltigeres Wirtschaften umzusteigen, wieder anzustreben. Und eben ein Miteinander zu erreichen, weil wir alle Menschen im selben Boot sitzen! Über vieles habe ich bereits auf meiner Webseite geschrieben, so auch, dass ich die größte Errungenschaft dieser Zeit bei dem Thema Umwelt sehe, dass das Thema in der breiten Gesellschaft angekommen ist. Mehr Idealismus und weniger Materialismus würden dieser Welt nicht schaden.                                                                                                                                                                                Auch hier stellt sich doch die Frage, was kann schon jeder Einzelne tun!? Sicherlich bin ich für ein Dach über den Kopf, für eine Heizung im Winter, für Transportmittel und vieles mehr dankbar! Auf Grund dessen und mit dem Hintergrund, dass ich ein spartanisches Leben wohl besser als andere kennengelernt habe, könnte ich dafür wohl nie mit Überzeugung eintreten, und im Fortschritt liegt ja auch eine Chance. Aber ich definiere mich nicht über materielle Dinge , wenn freue ich mich über gute Qualität, und verbrauche so hoffentlich weniger an Ressourcen, oder bringe sie wieder zurück in den Kreislauf u.a. durch Reparatur oder Wiederverwertung. Ergo, versuchen ein nachhaltiges Leben zu führen, und das alles ist doch kein Widerspruch zur Entwicklung, im Gegenteil, mit neuer Zukunftstechnik herkömmliche Ressourcen zu schützen. Zusammenfassung: Später war ich genau dafür, für meine Offenheit auf meiner Webseite und an dem Punkt nur weil ich bin und wie ich bin,war ich immer wieder massiven Beleidigungen ausgesetzt. Also verbessert hatte ich mich an vielen Punkten nicht wirklich. Auch damit musste ich lernen umzugehen und lerne heute noch. Schon in Vergangenheit hielt ich nicht viel von der Behandlungspraxis von vielen Psychologen, sich zu allem zu bekennen und dazu zu stehen, weil genau dieser Weg steinig und schwer ist. An der Stelle glaube ich, dass Psychologen gar nicht wissen, was sie da tun und das Interessante daran ist,                                                                                                                                                                                                                                                Seite 39                                                                                                             dass sie selber stolz sind, wenn sie sich und ihr Inneres vor ihren Patienten in Gesprächen schützen. Also leben sie etwas Anderes als sie predigen. Selber habe ich mich aus anderen Gründen zu der Offenheit entschieden, reiner Pragmatismus, das Handeln steht in dem Fall über der Vernunft, und was dann zählt ist der Erfolg. Die Zeit war verstrichen 2013, sechs oder acht Monate Haft waren verstrichen, und die Zeit rückte näher, da ich mal wieder auf Therapie ging.                                                                                                             Die Kostenzusage lief für eine Einrichtung in einem ehemaligen Schloss in NRW, ich wollte aber ursprünglich zurück nach Bayern. Die Zahlen und deren Bedeutungen hatte ich soweit zusammen, mir ging nur noch eine ab, die Null, mit der wusste ich nicht wohin damit.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Als das Datum für den Therapieantritt kam, nullte sich alles, alles lief immer wieder auf die Null raus, und diese Zahlt steht für Unendlichkeit, Ewigkeit, und Eins sein, das bekam ich dann auf die Schnelle hin. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir, du hast so viel erlebt in diesem Leben, schon die letzten sechs, acht Monate waren so heftig wie nichts anderes im Leben, da konnte ich im Vergleich jede Droge vergessen. Dann wäre es schon möglich, dass es jetzt auch zu Ende ist.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Heftig, aber auch dankbar für das, was ich erlebt hatte. So kam ich in die Einrichtung, eben in ein ehemaliges Schloss. Mir war klar, da bleibe ich nicht - aber - eine Nacht wollte ich einmal in einem Schloss schlafen, und wenn die Möglichkeit nun schon hier war.                                                                                                                                                                                                                                                                                         Die hohen Räume hatten schon was, solche Gebäude haben schon einen bestimmten Charme. Am nächsten Tag brach ich diese Maßnahme ab und fuhr mit der Bahn nach Köln und besuchte mal wieder den Dom.                                                                                                                                                                                                                                                                                 Im Anschluss dann nach Bonn, ich meldete mich bei der zuständigen Staatsanwaltschaft und erklärte dort, dass ich die Unterlagen umschreiben ließ für eine Einrichtung in Augsburg. In der Phase, die zur Bearbeitung nötig waren, für ein paar Wochen, kam ich bei meiner Ex Freundin in Bonn unter. Zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich schon die Feststellung gemacht, die Reise, die Reise durch das Leben ging weiter.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Seite 40                                                                                                          Auf der Reise nach Augsburg, 2013 auf 2014 Somit befand ich mich auf der Reise nach Augsburg mit der Erkenntnis über die Null im Gepäck, Eins sein. Ironie des Schicksals, mir wurde genau die Einrichtung von damals zugeteilt, in der ich mich bereits 1996 auf 1997 befand. Ursprünglich wollte ich genau dort nicht mehr hin, weil die Erfahrungen besonders mit dem damals zuständigen Leiter nicht die besten waren.                                                                                                                 Aber gut, wenn ich dort hin sollte, dann konnte ich mit dem Leiter, mit dem Therapeuten auch eine Art Abrechnung machen.                                                                                                                                     Seine Methode würde ich mit einer Brechstange vergleichen, die Gruppen, die er leitete, da hatten die Klienten oftmals Angst vor ihm, jeder war nur froh, wenn er von ihm in Ruhe gelassen wurde, er nagelte die Patienten verbal an die Wand und spielte sie aus.                                                                                                                                                                                                                                       Heute hatte ich den Mut und auch nicht so viel zu verlieren, im schlimmsten Fall hätte ich bei einem Rauswurf eben die restlichen vier bis fünf Monate wieder in den Knast gemusst, somit hätte ich mit ihm abrechnen können.                                                                                                                                        Ich hätte ihm direkt meine Meinung vor versammelter Gruppe ins Gesicht gesagt.                                                                                                     Wie ich bereits geschrieben hatte, als ich dort ankam, erfuhr ich jedoch, dass er gar nicht mehr da ist. Unter der Hand erzählte man sich, dass er mittlerweile selber als Patient in der Psychiatrie sitzt, was mich nicht wirklich verwundern würde. Ich zog mein Ding durch, eigentlich sollte die Behandlung drei Monate dauern, diese konnte auch in Ausnahmefällen auf fünf verlängert werden, und genau damit kamen sie mir auch. Somit hatte ich dann letztendlich die Behandlung nach ca. einem Monate abgebrochen. Es gab aber auch Positives in dem Monat, so war zum Beispiel der Sporttherapeut von damals noch da. Und es freute mich, ihn noch einmal zu treffen, um ihm zusagen, dass ich durch ihn auf den Sport, im Besonderen aufs Laufen gekommen war.                                                                                                                                        Und es mir persönlich immer wieder Freude macht, dass es mir zumindest phasenweise half, stabil zu bleiben oder stabiler zu werden.                                                                                                                                                                                                                                                                   Er hatte mich damals zum Sport motiviert, und ich sagte ihm auch, dass wenn ich heute kann, auch andere dazu zu motiviere.                                                                                                                                                                                                                                                                 Für mich mit eins der besten Mittel, um sich zu stärken, oder als Prävention zu sehen, erst gar nicht in die Krankheit Sucht abzurutschen. In der Zeit fanden natürlich Gruppen- und Einzelgespräche statt. Der wichtige Punkt, der dann später für mich noch einmal relevant sein sollte.                                                                                                                                                                                                                                                                Am Anfang musste ich einen Lebenslauf abgeben, eine Sucht-Anamnese erstellen. Den schrieb ich, gab die Anamnesebogen ab.                                                                                                                                            Kurz darauf bekam ich vom Therapeuten die Rückmeldung, der unterscheidet sich in manchen Punkten zu dem von damals!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Seite 41                                                                                                      Jetzt greife ich der Geschichte kurz vor, Anfang 2019 hatte ich mir den Abschlussbericht zuschicken lassen. Auf Anfragen auf Aushändigung der Abschlussberichte bekam ich früher bei den vorausgegangen Behandlung die Aussage durch Therapeuten zu hören, den Bericht könne ich als Laie gar nicht wirklich lesen, dort ständen nur Kürzel, Fachbegriffe. Als ich den ersten und letztlich auch den einzigen Bericht in der Hand hatte, stellte ich fest, das war eine Lüge. Den Bericht kann man lesen und auch verstehen, zu meinem Erstaunen tauchten darin Sachen auf, die in der Behandlung nie erwähnt wurden. Wie sollte ich mich ändern können, oder dazu Stellung beziehen können, wenn ich es ja gar nicht wusste? Ergo konnte es ihnen an dem Punkt gar nicht darum gehen, mir zu helfen, da sind Menschen wie ich für sie ganz offensichtlich nur Probanden.                                                                                                                                                                                                                                                       Zum Zwecke ihrer wissenschaftlichen Studien!? Auch an anderen Stellen war ich mit diesen Abschlussbericht überhaupt nicht zufrieden, jetzt wurde mir schon klar, wieso den Patienten nicht zum Lesen bekommen,  weil es stellenweise nicht der Wahrheit entsprach.                                                                                                                                 In Gesprächen ging es zum Beispiel um das Thema, was ich in Zukunft beruflich machen möchte - und ich erwiderte immer wieder, es ist doch nicht mehr die Frage, was ich machen will, mit meinem Werdegang, Vorstrafen usw., es ist die Frage an Sie, was darf ich denn überhaupt noch machen?                                                                                                                                                                                                                                                                                     Nachdem es im Gespräch immer wieder so hin und her ging, sagte ich genervt, ja, soll ich vielleicht Bundeskanzler oder Bundespräsident werden?! Was steht jetzt wohl in dem Bericht: Der Patient äußert unrealistische Berufswünsche.                                                                     Weiter solche oder eben ähnliche Beispiele lassen sich in diesem Bericht finden, die die Wahrheit gar nicht richtig wiedergeben, oder massiv verfälscht wiedergeben. Aber es kam ja noch besser, dann wollte ich eben auch den Bericht aus 1996/1997, da bekam ich die Antwort, die Berichte müssen nach zehn Jahren gelöscht werden.                                                                                                                           Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssten sie eben alles nach der Zeit löschen. Ach so, deswegen konnte mir der Therapeut auch in der Zeit 2013/ 2014 in der Behandlung, in der ich mich aktuell befand, auch sagen, Ihre Angaben unterscheiden sich von in einem Punkt von den von damals.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Seite 42                                                                                                           Ganz bewusst hatte ich das weggelassen, weil es eben es eben Sachverhalte gibt, die für mich überhaupt keine Rolle mehr spielen.                                                                                                                                                                                                                                                                 Also auch die Aussage, es wird alles nach zehn Jahren gelöscht, eine Lüge.                                                                                                                          Ja, mit Suchtkranken kann man Vieles machen, weil im Regelfall jeder andere Sorgen und Nöte hat, als sich um Abschlussberichte zu kümmern. Ein immer wieder verwendeter Satz in Therapien, Sie haben dies oder jenes gemacht, also stehen Sie dazu und arbeiten es auf. Durch meine Recherchen musste ich feststellen, das zählt dann ganz offensichtlich bei ihnen selber nämlich nicht mehr. Also ziehen sie an ihren Probanden Behandlungsmethoden durch, die sie an sich selber nämlich nicht praktizieren. Kurzum, nach dem sie mir diese Maßnahme verlängern wollten, brach ich auch diese Behandlung am 20.01.2014 ab und ging wieder nach Bonn. Für Bonn hatte ich mich zu dem Zeitpunkt entschieden, weil sich dort meine Unterlagen bei Behörden und Gericht zur Bearbeitung befanden. Und das bei dem schwebenden Verfahren auf Bayern zu wechseln, wäre zu dem Zeitpunkt schon alleine aus dem Blickwinkel taktisch unklug gewesen. Dazu kam,selber hatte ich hier wie dort nichts, also was tun? Bonn 2014 Dort angekommen suchte ich mir eine Wohnung, ich kam in einem Haus unter, wo nur gestrandete Existenzen unterkamen, schon alleine über das Sodom und Gomorrha könnte ich wahrscheinlich ein eigenes Buch schreiben. Und aus dieser Situation sollte und musste ich mich um alles kümmern, Ämtergänge, Arbeitssuche und vieles mehr. Zum Abschluss meiner Sucht- und Kriminalitätskarriere machte ich noch ein paar Monate ambulante Therapie - und somit kam das Kapitel für mich zum Abschluss.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Seite 43                                                                                                        Seit der letzten Haft 2012 auf 2013 bin ich nun durchweg weg von Drogen bis heute. Im Haus der gestrandeten Existenzen 2014. In dem Block, in dem Viertel waren wieder alle möglichen Strömungen an Menschen und aus den unterschiedlichen Kulturen vertreten. Ein Zimmer mit kleiner Küche und Kühlschrank sowie Schlafmöglichkeit in einem Raum und ein gemeinsames Bad und Dusche in jedem Stockwerk für sechs bis sieben Leute. Stress, Ärger und Diskussionen also schon vorprogrammiert, schon alleine, wenn es um das Reinigen der Gemeinschaftsräume ging. Alkoholkranke, Drogensüchtige, Ex-Süchtige, Spielsüchtige und das alles multikulturell. Oftmals war die Polizei in der Zeit im Haus wegen Streitigkeiten und anderen Dingen.                                                                                                                        Für mich nichts Neues, aber an der Stelle wusste ich wieder die Polizei zu schätzen, dass sie sich mit den Problemen abgaben und da waren.                                                                                                                                                                                                                                                            Manche denken immer, dass ich durch meinen Werdegang ein generelles Problem mit der Polizei hätte, überhaupt nicht. In der Zeit zog ich ebenfalls öfter mal los und betäubte mich mit Alkohol, zu der Zeit gab es wahrscheinlich wenige Wochenende oder auch Tage, wo ich ganz nüchtern war.                                                                                          Ich wollte damit wohl so manches aus meinem Gedächtnis löschen, was mir auch gelang. Vielleicht kann man den Gebrauch von stofflichen Mitteln auch so erklären, ein Gehbehinderter braucht einen Gehstock zum Gehen, so wie ein Süchtiger seinen Stoff braucht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Und an der Stelle hatte ich den Alkohol dazu gebraucht. Für mich stand aber auch immer außer Frage, wenn der Grund nicht mehr da ist, den Gehstock zu benutzen, stelle ich ihn in die Ecke. Daher habe ich mir schon seit Jahren mit zum Regelwerk gemacht,wenn trinke ich etwas am Wochenende, oder eben mal zu besonderen Anlässen und das war es. Weil ich sicherlich nicht mit der einen Sucht aufgehört hatte, um in die nächste zu kommen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Seite 44                                                                                                       Mehrmals hatte ich im Treppenhaus mit Drogendealern Stress, die sich bei ihren Geschäften gestört fühlten, teilweise wohnten sie noch nicht mal in diesem Haus, aber sie wollten den Platz für ihre Geschäfte in Anspruch nehmen. Da kam es immer wieder zu Wortwechseln, „Verpiss dich du scheiß Deutscher“, wenn sich einer verpissen sollte, dann waren es wohl eher sie. In dem Viertel wohnte ich auch eine stadtbekannte Zigeunerfamilie, die dem typischen Klischee entsprach, sie klauten alles, was nicht niet- und nagelfest war, schon auch die Kinder waren darin involviert.  Sie klauten regelmäßig in unserem Haus die Post, im Anschluss waren sie dann auch so dreist und fragten die Leute „und wartest du noch auf die oder jene Post?“ Ab und an konnten sie eine neue EC Karte erbeuten, aber oftmals ging es ihnen offensichtlich nur um den Schaden und die Schadenfreude. Ach so, das sollte ich jetzt wahrscheinlich besser nicht schreiben.                                                                                                                                                                                                        Solche Erfahrungen passen nicht in das Bild unserer Politiker.                                                                                                                         Das war und ist wahrscheinlich auch heute noch so, entspricht eben leider der Realität. In der Zeit, wie auch in meiner ganzen Biografie, hatte ich es auch immer wieder mit Ausländern oder eben Menschen mit Migrationshintergrund zu tun, dabei kam auch immer wieder die Einstellung durch, was wollt ihr Deutschen denn, ihr seid ein Beutevolk. Diese Problematik, diese Einstellung hatte ich auch immer wieder angesprochen, sicherlich wurde ich auch gewarnt: Ludwig, das zu sagen kann gefährlich werden.                                                                         In dem Moment, wo bei einem der Gedanke aufkommt, das könnte aber gefährlich werden, wenn ich diese Missstände erwähne, ab da muss sich schon jeder eingestehen, dass das Problem da ist! Dazu kommt meine Überzeugung, bei Missständen an so gravierenden Punkten ist das Wegsehen die schlechteste Medizin.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Mich persönlich hat es nie verwundert, dass ich genau damit auch viel Zuspruch von Ausländern bekam.                                                                                                                                                                                                                                                                                 Weil die sich einfach überhaupt nicht anpassen und sowie so nur kriminell sein wollen, genau diese    schaden denen, die mit uns leben wollen, die einfach arbeiten wollen, um ihre Familie zu ernähren, genau denen schaden sie in ihrem Ansehen. Die haben das ganz schnell verstanden, unsere Verantwortlichen ducken sich bei dem Thema oftmals lieber weg - und lassen alle anderen damit im Regen stehen, anstatt nach Lösungen zu suchen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Seite 45                                                                                                          Aber auch in der Situation, selten ein Schaden ohne Nutzen. Oder eben umformuliert, auch in der schweren Zeit gab es was Positives, mein Nachbar hatte lange Zeit bei einer Telekommunikationsfirma gearbeitet, und mit ihm zusammen hatte ich meine eigene Webseite erstellt, und dadurch eignete ich mir auch in dem Bereich Wissen an.                                                                                                                                                                                                                                                                                                        In der Zeit musste ich mich natürlich auch um Arbeit bemühen, was ich auch so gut es möglich war tat. Aber schon alleine durch die ganzen Umstände im Haus war das fast ein uferloses Unternehmen. Was will man in der Situation mit Arbeit, wenn um dich herum Tag und Nacht halligalli ist, ein jeder konnte sich mit Drogenhändlern im Flur herumstreiten, am besten man passte den Postboten direkt ab, so dass man sicherstellen konnte, das einen seine Post auch erreichte.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Absturz German Wings Absturz Am 24.03.2015 hörte ich in den Nachrichten von dem Absturz des German Wings Flugs 9525 und innerlich stürzte ich mit ab. Da war auch wieder mein Gefühl von Trauer, Schmerz und Ohnmacht.                                                                                 Es vergingen 10, 14 Tage, ich wollte nichts mehr essen, am liebsten hatte ich meine Türe zu, und wollte ich nichts mehr wissen. Ich erkannte einmal mehr, wie schrecklich, wie böse das Leben sein konnte. In der Zeit verdeutlichte ich mir selber, wenn ich bei jeder Tragödie so mitgehe, dann halte ich das Leben nicht lange durch, und das was ich bisher geschafft hatte, wäre verloren. Bei dieser Erkenntnis war ich bereits schon einmal, an dem Schmerz kann ich nichts ändern, aber am Umgang damit. Als ich in den Spiegel sah, war ich geschockt, ich sah aus wie in meinen schlimmsten Drogenzeiten, um mir das selber zu verdeutlichen, machte ich ein Foto von mir. Um mir klar zu machen, das sollte mir so nicht mehr passieren dürfen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Seite 46                                                                                                         Später, als ich mal wieder an diese Zeit zurück dachte, verarbeitete ich das Bild auch in einer Diashow, die ich bei YouTube unter: „Schilcher Bonn“ veröffentlichte.                                                                                                        Bewusst hatte ich die Fotos nicht wirklich schön bearbeitet, eine Mahnung an mich selber. Zu Besuch Bald darauf besuchte mich einer meiner Brüder und machte mir ein Angebot, dass ich bei ihm in der Firma mitarbeiten könne. Nachdem ich zu der Zeit nicht wirklich weiter kam, es kam mir eher wie Rückschritte vor. Das was war hatte ich nicht vergessen, ich wollte und will nicht rückwärtsgewandt leben.                                                                                                                     Ich wollte und will das Leben und nach vorne sehen. Also nahm ich das Angebot an und zog zurück nach Bayern in eine Dachwohnung im Haus von meinem ältesten Bruder und mit meinen Eltern. Man könnte sagen, zurück auf Anfang, nur mit Wissen und Erfahrungen im Gepäck, die mehr schrecklich waren als alles andere. Eben auch um Jahre älter.                                                                                                                                                                                                                                                                     Auch die aktuellen Erfahrungen waren jetzt keine, von denen ich eine Wiederholung hätte haben wollen.  Was man will und was man bekommt, sind zweierlei Paar Schuhe. So fing ich nach und nach an zu arbeiten als Elektriker auf dem Bau.                                                                  Anfangs immer nur für ein paar Stunden oder Tage, was genau das richtige Tempo war.                                                                                                                                                                                                                                       Erschöpfung, tiefe Erschöpfung Angekommen und Zusammenbruch, ich fiel fast schlagartig in ein tiefes psychisches Loch. Durch die Ruhe zog es mir die Füße vom Boden, auf einmal hatte ich Erinnerungslücken oder vergaß streckenweise, was ich aktuell tun wollte.                                                                                                                                         Ich dachte mir, so könnte sich Alzheimer anfühlen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Auch das war fast unbeschreiblich und erschreckend zugleich.  Wo ging jetzt diese Reise hin? Ich spulte so gut es eben möglich war meinen Tagesablauf ab, ich ging auch zum Arzt, schon auch wegen den dazu immer wiederkehrenden Kopfschmerzen.                                                                                                                Mir wurde bewusst, jetzt brauche ich eine Aufgabe, die mich erfüllt, die mir aber auch was zurück gibt, die immer da ist.                                                                                                                                                                                                                                       Seite 47                                                                                                      Und so dachte ich nach und mir viel ein, dass ich Jahre lang und immer wieder Menschen mit deutschen Doggen kennengelernt hatte, und diese Hunde hatten mich beeindruckt, besonders durch ihren Charakter. So kam es, dass ich mir einen solchen Hund zulegte.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Doch das war die richtige Entscheidung, sie war und ist natürlich immer noch da. Durch sie hatte ich eine für mich sinnvolle Aufgabe, und sicherlich diente sie mir als eine Art Therapie. Heute könnte ich nicht mehr sagen, wie lange ich diese Löcher in den Gedanken hatte? Schon eine ganze Zeit lang, und sicherlich hatte ich die Sorge, ob das wohl wieder wird?                                                                                                      Ich machte alles extrem langsam, ich schonte mich so gut es ging, und beschäftigte mich mit meinem Hund. Generell zu Thema Krankheiten Über Krankheiten hatte ich mir schon auch schon einmal früher Gedanken gemacht, da kam ich auf das Ergebnis, es erfüllt seinen Sinn. Ich sah darin noch nie die Strafe Gottes oder andere Hinweise darauf.                                                                                                                              Ich sah und sehe es bis heute so, sie macht ihren Sinn.                         Was passiert im Regelfall wenn man mal schwerer erkrankt ist, man schätzt sein Leben oftmals anders ein, es auch oftmals eine Zeit des Überdenkens, zumindest war und ist das bei mir so. Ich könnte es auch so ausdrücken: im Schmerz liegt Klarheit! Ein jeder kommt dabei ganz schnell auf das Ursprüngliche zurück. In der Zeit passierten natürlich auch noch andere Dinge, es ereigneten sich auch andere Sachen, das Leben ging ja trotzdem weiter. Viele Abläufe, die von außen kamen, hatte ich zu der Zeit oftmals nur als Angriff gesehen, und somit musste sicherlich schon auch mein unmittelbares Umfeld manches von mir ertragen. Nach und nach gingen die Aussetzer wieder weg, es füllte sich wieder mit Erinnerungen. Aufarbeitung Im Februar 2019 fing ich an, wie bereits zu vor geschrieben, den Unterlagen, Berichte von den Therapieeinrichtungen zu bekommen. Bei den meisten Stellen lief ich gegen eine Mauer und Punkt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Seite 48                                                                                                             Sie drücken sich vor der Aufarbeitung, dass sollen nur andere tun.                                                                                                                              Und das was ich erfahren hatte, darüber habe ich ja bereits geschrieben, alles eben sehr ernüchternd. Somit ist das Kapitel ein recht kurzes und es bedarf auch keiner weiteren Worte. Als ich wieder Zuhause war, Mitte 2015 Entwickelte ich eine weitere Leidenschaft weiter, das Fotografieren, ein schöner Zeitvertreib, und dazu hatte viele positive Seiten, die mir daran gefallen.                                                                                                                               Auch dabei lassen sich fast alle Gegenstände, Landschaften, aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten.                                                                                                                                                                                                                                                                   Auch daraus lässt sich was Schönes, was nicht so Schönes oder gar was Hässliches zeigen.                                                                                     Und dazu kommt, eine Foto hat auch immer mal den Vorteil, dass es mehr sagen kann als tausend Worte, aber es lässt natürlich auch einmal Spielraum für Interpretationen und die eigene Phantasie. Hut in Berlin                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

 

 

 

 

Seite 49                                                                                                          München, Schillerstr

 

 

 

 

 

Deutsche Dogge                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                           Seite 50                                                                                                            Berlin, Funkturm Ab da, ich glaube so bis 2018, habe ich aus den Bildern auch Postkarten machen lassen.                                                           Die habe ich teilweise verschenkt und an all möglichen Stellen, Einrichtungen, Institutionen, Politiker, und Medien verschickt.                                                                                                                                  Damals hätte ich mich schon mal gefreut, wenn ich eine Antwort darauf bekommen hätte, „vielen Dank“ oder ähnliches. Das Experiment lief im Ergebnis auf null Antwort raus. Wobei das Ergebnis lief nicht auf Null raus, es erfüllte trotzdem einen Sinn.                                                                 Also sollte ich diese Aktion dann als sinnlos einstufen, dass tu ich sicherlich nicht. Auch wenn ich damit nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hatte, hat es seinen Sinn erfüllt. Menschen erreicht zu haben, erreicht zu haben, das sie sich unter anderem mit ihrem Standpunkt auseinandersetzen mussten, darin liegt dabei der Erfolg. Mein persönliches Resümee aus meiner Biographie Lebe und gestalte die Gegenwart, lerne aus der Vergangenheit und plane die Zukunft!                                                                                                              Und man darf hinfallen, das gehört mit zum Leben sowie das Aufstehen!                                                                                                                                                                                                                           2020 Meine nächsten Schritte ich gehe nach vorne und ich blicke dabei in dieselbe Richtung.                                                                                    Gelebte ist verlebt, und was bleibt ist die Gegenwart und die Zukunft.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Seite 51                                                                                                            In meinem Leben traf ich immer wieder auf Menschen, von denen ich mich inspirieren ließ. Wenn mir dies mit diesem Buch gelänge, dass ich Menschen davon positiv inspirieren lassen, wäre ich schon zufrieden und die Mühen hätten sich gelohnt. Das Leben hätte dadurch einen weiteren Sinn!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Danke An der Stelle danke ich noch einmal all den Menschen, die mir auf meinen Weg des Lebens immer wieder geholfen haben oder mir beigestanden sind, von denen ich lernen durfte, die mich inspiriert haben, herzlichen Dank an Alle!                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Weitere Impressionen: Seite 52

 

 

 

Stand 2020 veröffentlicht am 12.06.2022

Zeit für Kreatives 2022